Im Zoo Stralsund sorgt ein ganz besonderer Bewohner für Aufsehen: Bisonbulle Cosmo hat ein neues „Spielzeug“ entdeckt, das ihn sichtlich begeistert. Ein frischer Holzschredder hat es ihm angetan, und die Besucher können ihm dabei zusehen, wie er sich ausgiebig darin wälzt. Das Ganze wurde in einem unterhaltsamen Facebook-Video festgehalten, das Cosmo in seinem kleinen Wellness-Moment zeigt. Ob er dabei sein Winterfell loswerden möchte oder einfach nur ein bisschen Spaß haben will, bleibt unklar. Fakt ist, dass dieses Wälzen im Sand oder auf weichem Untergrund zu den typischen Verhaltensweisen von Bisons gehört und nicht nur der Fellpflege dient, sondern auch hilft, Parasiten fernzuhalten.

Besucher des Zoos haben die Möglichkeit, Cosmo live bei seiner „Wellness-Einlage“ zu beobachten. Doch Cosmo ist nicht allein; seit Kurzem hat der Zoo Stralsund ein neues Bison-Trio. Bison-Dame Wanda, die im Juni Cosmo von der Insel Rügen erhielt, bekam nun Gesellschaft von Babsi, die aus dem Zoo Berlin zu ihnen gebracht wurde. Babsi wurde 2021 geboren, genau wie Cosmo, und ihre Ankunft wurde mit schwerem Gerät in das neue Zuhause organisiert. Sofort zeigten die Bisons Neugier füreinander und durften sich kennenlernen. Cosmo freute sich über die Vergrößerung der Herde, während Wanda, die dienstälteste Bison-Dame, vorerst das Sagen hat. Alle drei Bisons sind geschlechtsreif, und es wird bereits spekuliert, ob das Trio bald zu einem Quartett anwachsen könnte.

Ein Blick hinter die Kulissen der Zoos

Während der Zoo Stralsund mit seinen neuen Bisonfreunden für Freude und Staunen sorgt, werfen die aktuellen Entwicklungen in der Zoo-Welt auch einen Schatten auf diese positiven Nachrichten. Es ist eine traurige Realität, dass viele Zoos, besonders in Deutschland, junge, gesunde Tiere aufgrund von Überpopulation und Platzmangel töten müssen. Besonders betroffen sind männliche Jungtiere, da viele Arten in der Natur aus überwiegend weiblichen Tieren und einem dominierenden Männchen bestehen. Oft können diese Tiere nicht in andere Zoos vermittelt werden, was zu drastischen Maßnahmen führt.

Beispiele aus der Vergangenheit zeigen, dass dies kein Einzelfall ist: Der Schweriner Zoo musste im Juli 2025 zwei asiatische Davidshirsche töten, und der Zoo Köln sah sich gezwungen, zwei Löwenjunge zu töten, da die Mutter sie nicht annahm. Diese traurigen Umstände führen zu einer schockierenden Schätzung, dass jährlich zwischen 3.000 und 5.000 gesunde Tiere in europäischen Zoos, die Mitglied der EAZA sind, eingeschläfert oder getötet werden. Viele Zoos kommunizieren diese Zahlen jedoch nicht transparent, was das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Einrichtungen weiter erschüttert.

Die erfreuliche Entwicklung im Zoo Stralsund, mit Cosmo und seinen neuen Freunden, steht also im Kontrast zu den Herausforderungen, vor denen viele Zoos stehen. Es bleibt zu hoffen, dass durch verantwortungsvolle Zuchtplanung und bessere Kommunikationsstrategien solche traurigen Schicksale in Zukunft vermieden werden können.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren