Ein dramatisches Spektakel hat sich in den letzten Wochen an der Ostseeküste abgespielt, denn ein Buckelwal, der seit dem 31. März an der Küste gestrandet war, hat nun die offene Ostsee erreicht. Der Transport des Wals, der in einem speziellen Lastkahn untergebracht wurde, ist ein Wettlauf gegen die Zeit, da die Gesundheit des Tieres stark beeinträchtigt ist. Ein Schiff der Wasserschutzpolizei Wismar begleitete den Transport, der aus einem Schlepper und einer Barge bestand, nördlich der Insel Poel bis in die offene See. Doch die Polizei musste aufgrund starken Windes abdrehen, während der Wal nun in Richtung der Insel Fehmarn weitertransportiert wird.

Die Verbringung des Wals in den Lastkahn, der eigens für diese Rettungsaktion vorbereitet wurde, dauerte mehrere Stunden. Um 14:45 Uhr am Dienstagnachmittag war der Buckelwal schließlich in dem abgesenkten Kahn untergebracht. Livestreams dokumentierten live, wie der mit Wasser gefüllte Lastkahn von kleineren Booten aus der Kirchsee der Insel Poel in die Wismarbucht gebracht wurde. Der Schlepper „Robin Hood“ nahm den Lastkahn mit dem Wal auf den Haken, während ein weiteres Schiff den Transport begleitete. Der motorlose Lastkahn soll nun zur Nordsee gezogen werden, was eine lange und riskante Reise verspricht.

Rettungsaktion mit Herausforderungen

Die Rettungsaktion wurde von Umweltminister Till Backhaus (SPD) genehmigt, der den Helfern gratulierte und den persönlichen Einsatz der Beteiligten lobte. Tierärzte der privaten Initiative halten den Wal für transportfähig, obwohl die Erfolgsaussichten einer Lebendbergung als gering gelten. Unabhängige Fachleute, darunter das Deutsche Meeresmuseum, warnen vor einem mehrtägigen Transport und raten zu palliativem Vorgehen. Der Allgemeinzustand des Wals hat sich bereits verschlechtert, und die Warnungen vor einem möglichen Todeskampf sind laut geworden.

Trotz der kritischen Lage äußerte sich Geldgeber Walter Gunz erleichtert und emotional über den ersten Erfolg der Rettungsaktion. Er konnte den entscheidenden Moment nicht live verfolgen und erfuhr die Neuigkeiten von Karin Walter-Mommert, einer weiteren Geldgeberin. Die Tierärztin Kirsten Tönnies und Fred Babbel, Leiter des Taucherteams, zeigten sich erfreut über die Selbstbewegung des Wales, jedoch sind die Anzeichen von Stress und körperlichem Verfall besorgniserregend.

Ein Blick auf die Hintergründe

Tiermedizinerin Kerstin Alexandra Dörnath hat sich zu den Bewegungen des Buckelwals geäußert und erklärt, dass heftige Bewegungen kein Zeichen für Wohlbefinden sind. Sie interpretiert sie vielmehr als Anzeichen von Stress und Fluchtreflexen. Dörnath hebt hervor, dass solche Bewegungen in der Biologie und Tiermedizin als Zeichen von Agonie betrachtet werden sollten. Ein Teil eines Geisternetzes hängt im Maul des Wals, was auf tiefere Probleme im Magen-Darm-Trakt hindeutet.

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Die Ursachen für das Stranden von Meeressäugern sind vielfältig und reichen von der Vermüllung der Meere bis zu Verletzungen durch Schiffsschrauben. Der Wal leidet unter Nahrungsmangel, was zu seinem körperlichen Verfall führt. Während die private Rettungsinitiative seit zwei Tagen versucht, den Wal mit Luftkissen zu befreien, könnte es möglicherweise notwendig sein, ihn tierschutzkonform und schmerzfrei zu erlösen.

Das Drama um den Buckelwal wird international verfolgt und hat viele Menschen in den Bann gezogen. Die Hoffnung bleibt, dass die Rettungsaktion ein glückliches Ende findet und der Wal, der seit Anfang März in der Ostsee unterwegs ist und bereits mehrfach gestrandet ist, schließlich in die Nordsee oder den Atlantik zurückkehren kann.