Heute ist der 31.05.2026 und in Rostock wird es bald ganz schön lebhaft werden. Der Deutsche Forstverein hat sich nach 100 Jahren wieder entschieden, seine Tagung hier abzuhalten. Vom 3. bis 7. Juni versammeln sich rund 1.000 Förster und Waldexperten, um sich über ein Thema auszutauschen, das uns alle angeht: den Klimawandel und seine Auswirkungen auf unsere Wälder. Wie eine große Familie, die sich nach langer Zeit wieder trifft, wird die Stadt zum Schauplatz für wichtige Diskussionen über das, was in unseren Wäldern vor sich geht.

Der Vereinspräsident Ulrich Schraml wird dabei nicht nur die aktuellen Herausforderungen ansprechen, sondern auch die strukturellen Veränderungen, die unsere Wälder in Deutschland und Mitteleuropa betreffen. Die Verschiebung von Nadelbäumen zu Laubbäumen – ein echtes Zeichen der Zeit. Hohe Bäume leiden unter Trockenheit und Wassermangel, und das schwächt ihre Abwehrkräfte gegen Krankheiten und Insekten. Man könnte fast denken, die Bäume hätten ihre eigene Art von Stress – und das ist nicht zu übersehen! Bundesagrarminister Alois Rainer warnt, dass vier von fünf Bäumen in Deutschland krank sind. Das sollte uns wirklich zu denken geben.

Ein alarmierender Zustand

Ein Blick in den aktuellen Waldzustandsbericht zeigt, dass nur jeder fünfte Baum in Deutschland gesund ist. Das ändert sich nicht wirklich, nur die Sterberate der Bäume ist von 0,89 auf 0,29 Prozent gesunken. Ein kleiner Lichtblick inmitten der grauen Wolken, könnte man sagen. Über 46.000 Bäume und 38 Arten wurden untersucht, und die Hauptakteure in diesem Drama sind immer noch Fichte, Kiefer, Buche und Eiche. Besonders alarmierend: Nur 13 Prozent der Eichen sind gesund. Das ist doch erschreckend, oder? Man fragt sich, was da schief läuft.

Die Dürreperioden der letzten Jahre, insbesondere zwischen 2018 und 2020, haben deutliche Spuren hinterlassen. Ein Drittel der Landesfläche in Deutschland ist bewaldet, und doch haben wir über 700.000 Hektar Schadflächen seit 2018 zu verzeichnen. Die wirtschaftlichen Schäden belaufen sich auf über 25 Milliarden Euro. Monokulturen aus Fichte und Kiefer haben sich als besonders anfällig für den Klimawandel herausgestellt. Ein Umdenken ist dringend nötig!

Der Weg zu klimaresilienten Wäldern

In Mecklenburg-Vorpommern, wo 25 Prozent der Landesfläche bewaldet sind, plant die Landesforstanstalt den Umbau zu klimaresilienten Mischwäldern mit einem höheren Anteil an Laubbäumen. Agrarminister Till Backhaus macht deutlich, dass ein konsequenter Waldumbau notwendig ist. Das bedeutet, dass wir weg von den Altersklassenwäldern müssen und hin zu natürlichen Verjüngungsprozessen – ein langfristiges Projekt, das viel Zeit und Geld kosten wird. Schätzungen zufolge könnte der Umbau bis zu 48 Milliarden Euro kosten, verteilt über viele Jahre. Private Waldbesitzer fordern zudem staatliche Unterstützung für diese Veränderungen.

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Die Idee ist, Mischwälder zu schaffen, die heimische Baumarten wie Eichen, Buchen, Erlen und viele mehr enthalten. Aber das ist nicht ganz einfach – Wildverbiss erschwert die Entwicklung junger Laubbäume. Daher wird eine verstärkte Bejagung des Wildes gefordert. Außerdem wird über den Test von klimaresilienten Arten aus dem Mittelmeer- und südosteuropäischen Raum nachgedacht. Es bleibt spannend, wie sich die Dinge entwickeln.

Die Zukunft unserer Wälder erfordert aktive Maßnahmen wie Pflanzung, Aussaat und Pflege. Laubbäume brauchen 100 bis 180 Jahre, um zur Hiebreife zu gelangen. Das klingt nach Geduld und einer Menge Arbeit. Die Stimmen aus der Forstwirtschaft sind klar: Es braucht ein Umdenken, eine Abkehr von profitgetriebenen Modellen hin zu einem verantwortungsvollen Umgang mit unseren Wäldern. Denn Holz bleibt ein gefragter Rohstoff, und Deutschland ist weiterhin eine Exportnation für Holz.

Die bevorstehende Tagung in Rostock könnte also der Auftakt zu einem neuen Kapitel in der Forstwirtschaft sein. Man darf gespannt sein, welche Ideen und Konzepte aus dem Austausch hervorgehen werden. Es gibt viel zu tun – und die Zeit drängt.