Heute ist der 7. Mai 2026, und in Rostock gibt es Neuigkeiten, die für viele Familien in Mecklenburg-Vorpommern von Bedeutung sind. Laut der Landesfachstelle KipsFam wachsen bis zu 30% der Kinder und Jugendlichen in der Region mit einem psychisch kranken oder suchtkranken Elternteil auf. Ein beachtlicher Anteil, der zeigt, wie wichtig es ist, Unterstützung für diese oft übersehenen Familien zu bieten.
Ein neues Hilfsangebot wird derzeit vorbereitet, das unter dem vielversprechenden Namen „Mit Eltern-Ansatz“ firmiert. Hierbei werden zehn Elternteile ausgewählt, die selbst Erfahrungen mit psychischen Erkrankungen oder Sucht haben. Diese sogenannten „Helfer“ werden in einer Weiterbildung geschult, um anderen Eltern in ähnlichen Situationen zur Seite zu stehen. Es ist ein mutiger Schritt, denn die Idee dahinter ist, dass die ehemaligen Betroffenen oft viel empathischer und ruhiger auf Krisensituationen reagieren. Das kann sowohl für die hilfesuchenden Eltern als auch für die Fachkräfte einen echten Vorteil bringen.
Ein Schritt in die richtige Richtung
Die Weiterbildung startet im September hier in Rostock, und interessierte Eltern können sich bereits jetzt bei der Landesfachstelle KipsFam bewerben. Das Ziel ist klar: die Hemmschwelle für Ratsuchende zu senken, damit sie leichter Hilfe annehmen können. Das ist besonders wichtig, denn oft fühlen sich die Betroffenen allein gelassen. Ein vertrauter Ansprechpartner, der die eigene Situation nachvollziehen kann, kann hier Wunder wirken.
Diese Initiative ist Teil eines größeren Kontexts, in dem sich auch die Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie und Familientherapie (DGSF) engagiert. Seit 2017 setzt sich die DGSF für den Ausbau systemübergreifender Hilfen für Familien mit psychisch erkrankten oder suchtkranken Eltern ein. Trotz der Empfehlungen einer interministeriellen Arbeitsgruppe aus dem Jahr 2019 fehlen bundesweite Strukturen für verlässliche und bedarfsgerechte Hilfen. In Deutschland leben schätzungsweise 4 Millionen Kinder mit einem psychisch erkrankten oder suchtkranken Elternteil. Das ist eine erschreckende Zahl!
Gemeinsam stark für die Zukunft
Die DGSF arbeitet in einem Netzwerk mit Fachverbänden und Organisationen zusammen, um diese Kinder und Eltern zu unterstützen. Fachtagungen wie „Kleine Held*innen in Not“ oder „Und wer fragt mich?“ bringen Experten und Betroffene zusammen, um über die Herausforderungen und notwendigen Maßnahmen zu diskutieren. Experten aus ganz Deutschland kommen zusammen, um über die Finanzierung und die fachlichen Aspekte von Hilfesystemen zu sprechen.
Ein Antrag des Bundestages zur Unterstützung von Kindern psychisch kranker Eltern wurde bereits einstimmig beschlossen. Die neue Bundesregierung soll nun einen Handlungsrahmen entwickeln, um ein kommunales Gesamtkonzept zur Unterstützung dieser Familien zu erstellen. Es bleibt zu hoffen, dass die geplanten Maßnahmen, wie die Einführung von Lotsen für Betroffene und die Ausweitung der Frühen Hilfen, schnell umgesetzt werden. Die DGSF fordert eine bedarfsgerechte Weiterentwicklung der Hilfen, damit Eltern und Kinder nicht länger im Schatten stehen müssen.
Es ist ein kleiner, aber bedeutender Schritt in die richtige Richtung, der das Leben vieler Familien hier in Rostock und darüber hinaus positiv beeinflussen könnte.