In Rostock, der Perle an der Ostsee, lebt ein Mann, der für viele das Herz des deutschen Fußballs schlägt – Bastian Dankert. Geboren am 9. Juni 1980 in Schwerin, DDR, hat sich der Sportwissenschaftler als Schiedsrichter einen Namen gemacht, der weit über die Grenzen Mecklenburg-Vorpommerns hinausreicht. Mit einer beeindruckenden Karriere, die ihn als einzigen deutschen Schiedsrichter zur Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in Amerika führt, ist Dankert ein echtes norddeutsches Urgestein. Als Videoschiedsrichter wird er bei diesem Großereignis eine zentrale Rolle spielen, nachdem er bereits in der Vergangenheit bei großen Turnieren wie der Frauen-Weltmeisterschaft 2019 und der FIFA-Klub-WM 2025 als Video-Assistent tätig war.
Seit nunmehr 14 Jahren pfeift er in der 1. Bundesliga, wo er 2012 sein Debüt gab. Die erste Begegnung? Fortuna Düsseldorf gegen SC Freiburg, ein spannendes Aufeinandertreffen, das Dankert sicherlich noch gut in Erinnerung hat. Und wer hätte gedacht, dass er beim DFB-Pokalfinale vor zwei Jahren, am 25. Mai 2024, sein Gespür für das Spiel unter Beweis stellte, als er 1. FC Kaiserslautern gegen Bayer 04 Leverkusen leitete? Das sind nicht nur Spiele, das sind Geschichten, die er in seinem Schiedsrichterherz trägt.
Ein Mann mit vielen Facetten
Die Weltmeisterschaft 2026 wird Dankerts dritte Männer-Weltmeisterschaft sein. Zuvor war er bei der WM 2022 Teil des erweiterten Teams beim Finale, obwohl die deutsche Nationalmannschaft dort nicht über die Gruppenphase hinaus kam. Spannend wird es auch bei diesem Turnier: 48 Länder, 104 Spiele in nur 39 Tagen – das ist eine Herausforderung! Aber Dankert bleibt gelassen, hat er doch in seiner Laufbahn auch die Schattenseiten des Schiedsrichterdaseins erlebt. Doch wie er selbst sagt, überwiegen die positiven Erfahrungen. Manchmal ist es der Druck, der einen wachsen lässt. Und der Druck bei einer WM ist immens.
Besonders bemerkenswert ist seine Auszeichnung, als er nach dem Finale der Club-WM von Donald Trump eine Medaille erhielt. Ein Moment, der ihn, wie er es beschreibt, sehr stolz gemacht hat. Auch die Einsätze in europäischen Wettbewerbsfinals sind ein Zeichen seiner hohen Anerkennung in der Schiedsrichtergemeinschaft. Von der Europa Conference League 2022 bis hin zur Champions League 2026 – Dankert ist überall dabei.
Eine Leidenschaft, die verbindet
Die Liebe zum Fußball zeigte sich schon früh, als er beim Brüsewitzer SV kickte. Heute ist er nicht nur Schiedsrichter, sondern auch Geschäftsführer und Marketingleiter des Fußballverbands Mecklenburg-Vorpommern. Eine spannende Kombination, die ihm erlaubt, das Spiel aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Sein Wissen und seine Erfahrung fließen in die Entwicklung des Fußballs in der Region ein, und das schätzen nicht nur die Spieler, sondern auch die Fans.
In einer Zeit, in der die Schiedsrichter oft in der Kritik stehen, ist es wichtig, die menschliche Seite des Spiels zu sehen. Felix Brych, ein Kollege von Dankert, wurde für sein Lebenswerk geehrt und hat seine Karriere nach 858 Profispielen beendet. Auch wenn Brych und Dankert unterschiedliche Wege gehen, teilen sie die gleiche Leidenschaft für das Spiel. Manchmal fühlt man sich in der Schiedsrichterwelt wie in einem Geschichtsbuch – voll von Höhen und Tiefen, mit vielen Lektionen und Geschichten, die erzählt werden wollen.
Am 19. Juli hofft Bastian Dankert, erneut auf der großen Bühne zu stehen. Wer weiß, vielleicht wird er dann derjenige sein, der den entscheidenden Moment des Turniers pfeift. Die Vorfreude auf die WM ist groß, und Rostock kann stolz auf seinen Schiedsrichter sein – einen Mann, der den Fußball lebt, atmet und liebt.