Im Literaturhaus Rostock wird gerade eine ganz besondere Atmosphäre lebendig. Der Autor und Illustrator Torben Kuhlmann hat sich unter die Kinder gemischt, um ihnen die wunderbare Welt der Bücher näherzubringen. Sein Einsatz ist Teil des Programms „Weltenschreiber für M-V“, das seit 2022 die Freude an der Kinderliteratur in Mecklenburg-Vorpommern (M-V) fördert. Es ist wirklich beeindruckend, dass dieses Programm in den letzten Jahren mit fast 1,5 Millionen Euro vom Land gefördert wurde. Doch das ist nur die eine Seite der Medaille – die Förderung läuft im August 2023 aus, und eine Verlängerung ist beantragt. Man könnte fast von einer „Rettung der Fantasie“ sprechen, so wichtig ist diese Initiative für die kulturelle Bildung in ländlichen Regionen.
Die Projektleiterin Juliane Foth hebt die Herausforderungen hervor, die das Lesen in ländlichen Gebieten mit sich bringt. Oft fehlen dort Bibliotheken oder Buchläden, und die Budgets für kulturelle Veranstaltungen sind begrenzt. Mit „Weltenschreiber“ werden Lesungen in Schulen und Kitas organisiert, um den kleinen Gemeinden Literatur näherzubringen. Das klingt doch nach einem echten Abenteuer für die Kinder! Der Erfolg spricht für sich, denn im Jahr 2025 sind etwa 400 Veranstaltungen geplant, die kostenlos für Schulen, Kitas und Familien angeboten werden. Da wird wirklich an den finanziellen Hürden gearbeitet, damit jeder die Möglichkeit hat, in die Welt der Bücher einzutauchen.
Ein Netzwerk für die Zukunft der Literatur
Das Programm „Weltenschreiber für M-V“ hat sich eine umfassende Struktur gegeben, die auf vier Bausteinen basiert. Dazu gehört das „Leseland M-V“, ein jährliches Kinder- und Jugendliteraturprogramm, das über 450 Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche von 3 bis 18 Jahren bietet. Über 100 Bildungs- und Jugendeinrichtungen sind bereits Teil dieses Netzwerks. Außerdem gibt es die Initiative „Bücherwelten“, die Familien anspricht. Die Kinder können hier nicht nur Geschichten hören, sondern auch selbst aktiv werden: In den Schreibwerkstätten, geleitet von renommierten Autoren, wird die eigene Kreativität gefördert. Das hat etwas Magisches – das eigene Geschriebenes in den Händen zu halten!
Ein weiterer spannender Baustein ist „Gedankenflieger – Philosophieren mit Kindern“. Hier wird gemeinsam geredet, Begriffe klärend diskutiert und Raum für Zweifel geschaffen. Das klingt nach einer großartigen Möglichkeit, Kinder in ihrer intellektuellen und moralisch-ethischen Entwicklung zu unterstützen. Die Fortbildungen für Erzieher:innen und Lehrkräfte sind ebenfalls ein wichtiger Bestandteil, um die Leidenschaft für Literatur weiterzugeben. All diese Angebote sind durch die Vollfinanzierung des Ministeriums für Bildung und Kindertagesförderung des Landes M-V komplett kostenfrei. Das ist ein echter Lichtblick!
Die Rolle der Bibliotheken in ländlichen Regionen
In Deutschlands ländlichen Regionen sind Bibliotheken oft die letzten Bastionen der Bildung und Kultur. Sie entwickeln sich zunehmend zu zentralen Orten für Wissen und Kommunikation. Die Stadtbibliothek Alzenau wurde kürzlich sogar mit dem Preis „Bibliothek des Jahres 2024 in kleinen Kommunen und Regionen“ ausgezeichnet. Dort wird Leseförderung großgeschrieben, und die Zusammenarbeit mit Schulen zeigt, wie wichtig diese Einrichtungen sind. Über 8.000 Bibliotheken gibt es in Deutschland, viele davon in Orten mit weniger als 50.000 Einwohnern. Ein wahres Netzwerk, das den Menschen Zugang zu Literatur, Wissen und sozialen Treffpunkten bietet.
Das zeigt auch, wie wichtig Initiativen wie „Weltenschreiber“ sind. Sie ergänzen die Arbeit der Bibliotheken, die sich als soziale Treffpunkte und Orte für individuelle Entwicklung etablieren. Doch trotz aller Erfolge stehen diese Einrichtungen vor Herausforderungen, vor allem, wenn es um die Einwerbung von Fördermitteln geht. Es braucht eine gemeinsame Strategie, um die Bibliotheken in ländlichen Regionen weiterzuentwickeln und die notwendige Grundfinanzierung zu sichern. Die Unterstützung des kulturellen Lebens ist nicht nur eine Frage der Bildung, sondern auch des gesellschaftlichen Zusammenhalts.
Die Entscheidung über die zukünftige Förderung von Projekten wie „Weltenschreiber“ ist daher mehr als nur eine Richtungsfrage – sie ist eine Frage der Zukunft für die kulturelle Bildung in Mecklenburg-Vorpommern. Wie schön wäre es, wenn noch viele weitere Kinder die Freude am Lesen entdecken könnten – denn Lesen ist nicht nur ein Schlüssel zur Fantasie, sondern auch zur Welt um uns herum!