In Parchim, einer kleinen Perle im Herzen von Mecklenburg-Vorpommern, dreht sich momentan alles um die Bekämpfung eines geflügelten Übels. Der Eichenprozessionsspinner, ein unscheinbarer Name für eine Raupe, hat sich als wahrer Gesundheitsrisiko entpuppt. Um dem unerwartet starken Befall der letzten Saison entgegenzuwirken, hat der Landkreis Ludwigslust-Parchim einen Hubschrauber ins Rennen geschickt! Ja, genau – ein Hubschrauber! Damit wird auf etwa 80 Kilometern Länge in Allee-Abschnitten außerhalb von Ortschaften gegen die lästigen Raupen vorgegangen. Wer hätte gedacht, dass die Luftfahrt in dieser Form auch zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt wird?

Doch was hat es mit diesen kleinen Tierchen auf sich? Die mikroskopisch kleinen Brennhaare der Eichenprozessionsspinner sind nicht nur unangenehm, sie können auch zu allergischen Hautreaktionen, Augenentzündungen und sogar Atemwegserkrankungen führen. Das klingt alles andere als lustig, vor allem, wenn man bedenkt, dass die Raupen mit ihren Brennhaaren nicht zimperlich umgehen. Deshalb ist die Bekämpfung umso wichtiger, und der Einsatz des biologischen Wirkstoffs Foray ES, der für Menschen und Wirbeltiere ungiftig ist, wird als sehr effektiv angesehen. Er wirkt selektiv auf die Schmetterlingsraupen und sorgt dafür, dass die kleinen Biester innerhalb weniger Stunden bis Tage das Zeitliche segnen.

Hubschraubereinsatz und die Herausforderungen vor Ort

Der Einsatz des Hubschraubers wird voraussichtlich bis Ende Mai 2026 dauern. Das ist ein ganz schöner Zeitraum, in dem die behandelten Straßenabschnitte immer wieder kurzfristig gesperrt werden müssen. So bleibt die Gefahr, die von den Eichenprozessionsspinnern ausgeht, nicht lange unbemerkt. Im vergangenen Sommer wurden bereits Nester von Experten in Schutzanzügen entfernt – eine aufwendige und teure Angelegenheit. Man kann sich vorstellen, dass das keine leichte Kost ist, sowohl finanziell als auch logistisch.

Übrigens, nicht nur in Parchim wird mit der Luftfahrt gegen die Raupen vorgegangen. Auch in Hessen sind Hubschrauber im Einsatz, um die Larvenentwicklung zu stoppen. Dort werden vor allem sensible Bereiche wie Kitas und Schulen behandelt. In Darmstadt beispielsweise wurde der Waldfriedhof besprüht, während Maintal die Waldränder und das Mainufer ins Visier nimmt. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, denn die giftigen Haare der Raupen können allergische Reaktionen hervorrufen, und das will niemand riskieren.

Regelungen und weitere Bekämpfungsmethoden

Die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners ist durch verschiedene Regelungen geregelt. Zum einen unterliegt sie der Pflanzenschutzmittel-Verordnung, zum anderen der Biozid-Verordnung zum Schutz der menschlichen Gesundheit. Das Umweltbundesamt empfiehlt, bei Befall die örtlichen Gesundheits- oder Pflanzenschutzämter zu kontaktieren. Denn die Bekämpfung sollte immer von professionellen Anwendern durchgeführt werden. Mechanische Methoden wie das Absaugen der Gespinstnester oder thermische Verfahren mit heißem Wasser können ebenfalls in Betracht gezogen werden. Aber Vorsicht: Ungeschütztes Abflammen wird nicht empfohlen, da die Brennhaare sonst in der Luft verteilt werden könnten.

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Ein kleiner Tipp zur Prävention: Wer Eichen in der Nähe hat, kann Nistkästen für Meisen aufhängen. Diese kleinen gefiederten Freunde helfen nicht nur beim Insektenmanagement, sie sind auch eine Freude für das Auge. Also, während die Helden in den Hubschraubern gegen die Raupen kämpfen, können wir alle ein bisschen dazu beitragen, unsere Umgebung gesund zu halten. Und beim nächsten Spaziergang unter den Eichen einfach mal einen Blick in die Krone werfen – vielleicht entdeckt man ja das ein oder andere Nest. Aber nicht zu nah ran – die kleinen Quälgeister sind eine echte Gefahr!