Am Freitag, den 28. Mai, beginnt in Neustadt-Glewe, im Landkreis Ludwigslust-Parchim, das 33. Burgfest. Die Vorfreude ist spürbar! Ein großes Falknerlager mit majestätischen Greifvögeln – Falken, Adler und Eulen – wird die Besucher in seinen Bann ziehen. Doch nicht alle blicken dem Spektakel unbeschwert entgegen. PETA hat Bedenken geäußert, insbesondere in Bezug auf das Tierwohl. Bei einem solchen Event könnten die vielen Menschen, der Lärm und die ungewohnte Umgebung für die Tiere stressig werden.
Die Tierschutzorganisation kritisiert die Nutzung von Tieren als Fotorequisite und bringt auch die stressigen Bedingungen für die Pferde bei Rittershows zur Sprache. PETA appelliert an Bürgermeister Steffen Klieme (CDU) mit der Forderung, zukünftige Burgfeste ohne Tiere durchzuführen. Klieme hingegen sieht das Tierwohl nicht in Gefahr. Die Stadt arbeitet mit professionellen Falknern zusammen, und das Veterinäramt hat ausdrücklich keine Beschwerden über Verstöße erhalten. Laut dem Landkreis gab es in den letzten Jahren keinerlei Verstöße gegen Tierschutzgesetze auf dem Burgfest. Kontrollen durch das Veterinäramt sind auch für das kommende Wochenende geplant – ein gutes Zeichen, dass hier alles im grünen Bereich ist.
Ein Blick auf die Falknerei
Die Falknerei wird als traditionelle Kunstform angesehen und ist sogar von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt. Dennoch gibt es auch in diesem Bereich unterschiedliche Ansichten. Der Landesverband Mecklenburg-Vorpommern des Deutschen Falkenordens hat sich klar gegen die Zurschaustellung von Greifvögeln auf Mittelaltermärkten ausgesprochen. PETA hingegen fordert ein generelles Verbot der Falknerei und kritisiert die Behandlung von Greifvögeln durch Falkner. Diese Diskussion zeigt, wie komplex das Thema Tierschutz ist und wie viele Facetten es gibt.
Ein weiteres Beispiel für die angespannten Beziehungen zwischen Tierschutzorganisationen und Behörden findet sich in Berlin. PETA hat das Pankower Veterinäramt als „Top Flop“ im Tierschutz bezeichnet. Der Vorwurf lautete, dass das Amt keinen Handlungsbedarf bei den zahlreichen qualvoll gestorbenen Tauben in der Nähe der Landsberger Allee sah. Das Bezirksamt wies die Vorwürfe als „verleumderisch“ zurück und konnte viele der Anschuldigungen widerlegen. Nach anfänglicher Aufregung kam es zu einer konstruktiven Kommunikation zwischen den Parteien. PETA löschte schließlich die Pressemitteilung, um die Zusammenarbeit zu fördern – ein Schritt, der vielleicht zeigt, dass Dialog mehr bringt als Konfrontation.
Politische Entwicklungen im Tierschutz
Auf politischer Ebene tut sich ebenfalls etwas. Die AfD-Fraktion hat einen Antrag eingebracht, der Ausnahmen bei der Anbindehaltung für Vögel in der Falknerei fordert. Das Ziel ist es, Falknerei-Vögel und zur Auswilderung vorbereitete Vögel vom Anbindeverbot zu befreien. Dabei geht es nicht nur um die Falknerei selbst, sondern auch um die Umsetzung eines Gutachtens des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft über Mindestanforderungen an die Haltung von Greifvögeln aus dem Jahr 2005. Die Beizjagd soll nicht eingeschränkt werden, was im Einklang mit dem UNESCO-Beschluss von 2014 steht.
Das Burgfest in Neustadt-Glewe verspricht also nicht nur spannende Attraktionen, sondern bringt auch wichtige Diskussionen über Tierschutz und die Rolle von Tieren in unserer Gesellschaft mit sich. Ob der Dialog zwischen PETA, den Falknern und der Stadt zu einer Einigung führt, bleibt abzuwarten. Es bleibt spannend!