Heute ist der 25.05.2026 und die Nachricht aus Mecklenburg-Vorpommern hat uns alle aufgeschreckt: Im Landkreis Ludwigslust-Parchim wurde eine Erkrankung mit dem Bornavirus nachgewiesen. Das ist nicht nur eine kuriose Meldung, sondern auch eine ernsthafte Angelegenheit. Denn dieser Virus, der in der Regel von Feldspitzmäusen auf Menschen übertragen wird, ist zwar äußerst selten, kann aber fatale Folgen haben. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales hat die Infektion im Mai bestätigt und es ist der erste Nachweis dieses Virus in diesem Landkreis sowie in ganz Mecklenburg-Vorpommern. Das macht uns schon ein bisschen nachdenklich.
Die betroffene Person, über deren Gesundheitszustand keine detaillierten Informationen veröffentlicht wurden, lebt jedoch noch. Das ist schon mal eine kleine Erleichterung, denn die Symptome einer Bornavirus-Infektion können ganz schön heftig sein. Fieber, Kopfschmerzen und ein allgemeines Krankheitsgefühl sind nur der Anfang. Wer Pech hat, entwickelt schwere neurologische Störungen, Verhaltensauffälligkeiten oder sogar ein tiefes Koma. Die Letalität des Bornavirus wird auf über 80 bis 90 Prozent geschätzt – das ist wirklich gruselig.
Die Übertragung des Bornavirus
Wie kommt es überhaupt zu einer Infektion? Das Bornavirus, bekannt als BoDV-1, wird durch den Kontakt mit Ausscheidungen infizierter Feldspitzmäuse übertragen. Diese kleinen Tierchen, die in Brachflächen, an Straßenböschungen oder sogar in Scheunen leben, scheiden das Virus über ihren Kot, Urin und Speichel aus. Man muss nicht einmal direkt mit den Mäusen in Kontakt treten – auch das Einatmen von kontaminiertem Staub kann genügen. Das Robert Koch-Institut schätzt, dass es in Deutschland jährlich nur fünf bis zehn Fälle gibt. Für die Allgemeinbevölkerung ist das Infektionsrisiko daher sehr gering, aber trotzdem sollte man vorsichtig sein.
Die Empfehlungen zur Prävention sind klar: Wer in Kontakt mit Feldspitzmäusen oder ihren Hinterlassenschaften kommt, sollte Handschuhe und FFP2-Masken tragen. Und das ist noch nicht alles – tote Mäuse oder andere Tiere sollte man niemals mit bloßen Händen anfassen. Einmalhandschuhe und Schaufeln sind da das A und O. Einfach nur anpacken ist nicht, denn das könnte fatale Folgen haben. Die Übertragung des Virus geschieht hauptsächlich durch den Kontakt mit den Ausscheidungen der Mäuse, und die Frage, wie häufig diese kleinen Nager im Landkreis das Bornavirus tragen, bleibt völlig offen.
Die Geschichte des Bornavirus
Wusstet ihr, dass das Bornavirus bereits seit über 250 Jahren als Erreger der Borna’schen Krankheit bei Tieren bekannt ist? Erst 2018 wurde es als Ursache für schwere Gehirnentzündungen beim Menschen identifiziert. Seit 2020 ist es in Deutschland meldepflichtig. Ein wirklich faszinierender, wenn auch erschreckender Aspekt dieser Geschichte ist, dass es bislang keine spezifische Therapie gegen eine Bornavirus-Infektion gibt. Die Behandlung beschränkt sich auf unterstützende Maßnahmen. Antivirale Mittel wie Ribavirin und Favipiravir könnten im Labor hemmende Eigenschaften zeigen, aber für den Einsatz beim Menschen gibt es keine etablierten Methoden.
Es bleibt also spannend, aber auch beängstigend. Bleibt achtsam, insbesondere beim Umgang mit potenziell kontaminierten Umgebungen. Die Natur ist schön, aber sie kann auch ihre Gefahren haben. Und während wir hier in Parchim die Nachrichten verfolgen, bleibt nur zu hoffen, dass sich niemand mehr ansteckt. Denn der Bornavirus ist ein ständiger, wenn auch seltener Begleiter, der uns erinnert, wie verletzlich wir doch sind.