In der kleinen, aber feinen Mirower Kleinseenhalle wird aktuell ein berührendes Stück aufgeführt, das nicht nur das Publikum fesselt, sondern auch eine wichtige Botschaft transportiert. Die Inszenierung „Nie wieder. Jetzt!“ des Lessing-Gymnasiums Neubrandenburg hat die Zuschauer emotional mitgenommen und ist als „bewegend und berührend“ beschrieben worden. Die Bühne wird zum Schauplatz für das Leben von Anne Frank und ihren Mitbewohnern im Amsterdamer Hinterhaus, wo die Angst vor der Entdeckung durch die Gestapo allgegenwärtig ist.
Hier verstecken sich Anne Frank und sieben weitere Menschen, während der Zweite Weltkrieg wütet. Im Mittelpunkt steht das berühmte Tagebuch, das Anne führt und das später von ihrem Vater veröffentlicht wird – der einzige Überlebende ihrer Familie. Die Inszenierung thematisiert nicht nur die Enge und den Kampf ums Überleben, sondern auch Fragen nach Identität, Verantwortung und Menschlichkeit. Es wird deutlich, wie das Erwachsenwerden unter solch unmenschlichen Bedingungen prägt und verändert. Die Darsteller der Familie van Daan, unter anderem Diethard Wegner-Rammin, Kerstin Menz-Richardt und Max Kalsow, bringen diese Emotionen auf beeindruckende Weise zum Ausdruck.
Ein musikalisches Erlebnis
Die musikalische Leitung hat Agi Nelken übernommen, und die Kombination aus professionellem Theaterbetrieb und der Entdeckung junger Talente macht diese Aufführung zu etwas ganz Besonderem. „LessStage Neubrandenburg“ gilt nicht umsonst als Adresse für außergewöhnliche Musicals. Die Inszenierung hat es sogar ins Finale des Musical-Wettbewerbs der Staatsoperette Dresden geschafft und wurde für den Johannes-Stelling-Preis vorgeschlagen. In den letzten Aufführungen spielten die Akteure vor ausverkauftem Haus, was die große Resonanz und das Interesse an diesem bewegenden Stück zeigt.
Die nächsten Vorstellungen finden am 27., 28. und 29. Mai jeweils ab 19 Uhr statt. Karten sind unter [email protected] oder an der Abendkasse ab 18 Uhr erhältlich. Wer also noch die Gelegenheit nutzen möchte, sollte sich sputen!
Ein Blick auf die Geschichte
Anne Frank, die am 11. Mai 1944 ein Tagebuch zu ihrem 13. Geburtstag erhielt, hat uns mit ihren Zeilen tief berührt. Sie und ihre Familie flohen 1934 aus Frankfurt am Main nach Amsterdam, nur um 1942 untertauchen zu müssen, um der Deportation in ein Konzentrationslager zu entgehen. Im Hinterhaus der Firma ihres Vaters Otto Frank verbrachte sie die letzten Jahre ihrer Kindheit, in ständiger Angst vor Entdeckung. Ihre Erlebnisse sind nicht nur ein Zeugnis ihrer Zeit, sondern auch eine Mahnung an uns alle.
2025 jährt sich das Ende des Zweiten Weltkrieges zum 80. Mal, und die Relevanz von Anne Franks Geschichte bleibt ungebrochen. Am Altonaer Theater wird in einer weiteren Inszenierung „Das Tagebuch der Anne Frank“ aufgeführt, unter der Regie von Michael Schachermaier. Hier spielt Leyb-Anouk Elias die Rolle der Anne Frank – eine interessante Facette, denn sie ist mit Anne Frank verwandt; ihr Großvater war der Cousin von Anne. Die Vorstellungen beginnen im Januar 2025 und bieten Schulgruppen die Möglichkeit, sich mit diesen wichtigen Themen auseinanderzusetzen. Ein Podiumsgespräch mit Nachkommen von NS-Verfolgten wird die Zuschauer zusätzlich zum Nachdenken anregen.
Diese Geschichten sind nicht nur Teil unserer Vergangenheit, sondern auch von großer Bedeutung für unsere Gegenwart und Zukunft. In einer Zeit, in der wir uns immer wieder mit Fragen der Menschlichkeit, Verantwortung und Identität auseinandersetzen müssen, sind solche Inszenierungen mehr als nur Theater – sie sind ein Aufruf, die Lehren der Geschichte nicht zu vergessen.