In Fürstenwerder, einer kleinen Perle in der Umgebung von Neustrelitz, steht ein ganz besonderer Tag vor der Tür. Am 17. Mai wird dort der Museumstag gefeiert, und das Thema könnte spannender nicht sein: „Kunst und Kuriosa“. Der Heimatstuben-Leiter Henning Ihlenfeldt hat sich wahrlich ins Zeug gelegt, um ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine zu stellen, das sowohl Kunstliebhaber als auch Neugierige anzieht. Wer von uns kann schon „Nein“ zu einem Original-Drehstuhl aus einem NVA-Objekt sagen, der in den 1990er-Jahren „organisiert“ wurde? Oder zu einem funktionsfähigen Riesenrad aus Dresden, das nach umfassender Restaurierung erstrahlt? Da kann man schon mal ins Schwitzen kommen!

Die Versteigerung wird mit insgesamt 45 Objekten aufwarten. Darunter DDR-Geschirr, das jedem Nostalgiker das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt – Suppenteller, Terrinen und Anrichteplatten, die Geschichten aus der Vergangenheit erzählen. Wer sich ein Stück Geschichte nach Hause holen möchte, hat die Möglichkeit, Porträtbilder von Wilhelm Pieck, Otto Grotewohl und Willi Stoph ersteigern. Und für die kleinen Besucher gibt es eine Spielzeugausstellung, die sicherlich Augen zum Leuchten bringen wird. Die Einnahmen dieser Veranstaltung sind nicht nur ein netter Bonus, sondern sie sollen auch dazu dienen, ein neues Bild von Hans Klohß zu finanzieren, der von 1905 bis 1909 in Fürstenwerder lebte.

Köstlichkeiten und Spaß für alle

Ein weiteres Highlight wird das Glücksradspiel am Sonntag um 12 Uhr sein – und das Beste daran? Die Teilnahme kostet nur einen Euro! Wer könnte da schon widerstehen? Für das leibliche Wohl sorgt Bäckermeister Henning Ihlenfeldt mit seinem Holzbackofenbrot, das sicherlich himmlisch duften wird. Und während man mit einem Stück dieser Köstlichkeit in der Hand die Ausstellungsbereiche erkundet, kann man die kostenfreie Besichtigung genießen – eine großartige Gelegenheit, die Vielfalt der Exponate zu entdecken, während der Hunger nach mehr stillend. Die Auktion selbst beginnt um 15 Uhr und endet gegen 17 Uhr. Da wird sicher die ein oder andere Leidenschaft entfacht, und man könnte mutig zu einem Gebot ansetzen.

Doch was hat es mit den NVA-Objekten auf sich, die nun im Museum zu bewundern sind? Die Nationale Volksarmee (NVA) wurde am 1. März 1956 gegründet und war bis 1962 eine Freiwilligen-Armee. Bis zur Auflösung 1990 umfasste die NVA etwa 137.000 Menschen. Auf geheimen Standorten in ganz Deutschland wurden über 1.000 Objekte betrieben, die oft nicht einmal auf zivilen Karten verzeichnet waren. Viele dieser Liegenschaften sind heute vergessen, einige existieren nur noch als verlassene Betonplattenstraßen im Wald. Der Bezug zu diesen Objekten, die nun im Museum eine neue Heimat finden, bietet eine spannende Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Künstlerische Wurzeln und gesellschaftlicher Kontext

Die Kunst in der DDR war ein Spiegelbild der politischen Landschaft und wurde stark von der Staatsführung beeinflusst. Ab 1945 bestimmten KPD-Funktionäre unter Walter Ulbricht die Kunstpolitik. Es gab eine Vielzahl staatlicher Institutionen, die ein Monopol über die Kunst und deren Vertrieb hatten. Der „Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands“ wurde 1945 gegründet und hatte das Ziel, ideologisch korrekte Werke zu fördern. Diese Entwicklung führte dazu, dass der private Kunsthandel nahezu vollständig liquidiert wurde.

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Im Kontext der Veranstaltung in Fürstenwerder zeigt sich, wie wichtig es ist, diese Facetten der Geschichte lebendig zu halten. Der Austausch über Kunst und die gesellschaftlichen Bedingungen, unter denen sie entstand, ist von immenser Bedeutung. Es ist ein bisschen wie ein Puzzlestück, das sich ins Gesamtbild einfügt. Die VII. Kunstausstellung der DDR beispielsweise präsentierte eine Vielfalt künstlerischer Ausdrucksformen und zeigte, wie Künstler trotz strenger Vorgaben ihren eigenen Weg fanden. An einem Tag wie dem Museumstag in Fürstenwerder wird diese kulturelle Erbe greifbar, und das ist nicht nur für die Besucher, sondern auch für die Gemeinschaft von unschätzbarem Wert.