Mecklenburg-Vorpommern, ein Bundesland, das nicht nur für seine malerische Küstenlinie bekannt ist, sondern auch für seine bedeutende Rolle in der Wissenschaft. Vor kurzem besuchte eine hochkarätige Delegation, angeführt von der Bundesforschungsministerin Dorothee Bär und der Wissenschaftsministerin Bettina Martin, das Andøya Space Center in Norwegen. Ziel der Reise war es, die Zusammenarbeit in der Klima- und Weltraumforschung zu stärken und den Austausch zwischen Bund und Ländern zu intensivieren.
Die Wissenschaftler aus Mecklenburg-Vorpommern, insbesondere vom Leibniz-Institut für Atmosphärenphysik (IAP) mit Sitz in Kühlungsborn, widmen sich der Erforschung von Klima und Weltraum in der Arktis. Am Observatorium ALOMAR betreibt das IAP eine einzigartige Radar- und Laserinfrastruktur, die es ermöglicht, die Atmosphäre an der Grenze zum Weltraum zu untersuchen. Bettina Martin betonte in ihren Ausführungen die Relevanz des gemeinsamen Engagements in der Forschung und hob die Bedeutung dieser Delegationsreise für die wissenschaftspolitische Ausrichtung in MV hervor.
Forschung im Fokus
Das IAP, das zur Leibniz-Gemeinschaft gehört, beschäftigt derzeit 67 Mitarbeiter und erhält eine jährliche Grundförderung von 8,6 Millionen Euro. Diese Finanzierung teilt sich auf in 50% Bund, 37,5% Land Mecklenburg-Vorpommern und 12,5% andere Bundesländer. Mit einer breiten Palette an Messmethoden, darunter Höhenforschungsraketen und Wetterballons, erforscht das Institut die Wechselwirkungen zwischen Atmosphäre und Weltraum, insbesondere in der mittleren Atmosphäre zwischen 10 und 100 km Höhe.
Die Delegation machte während ihrer Reise auch Halt am Norwegian Polar Institut in Tromsø sowie an der MAARSY-Radareinrichtung, um sich über die neuesten Entwicklungen in der atmosphärischen Forschung zu informieren. Martin hob hervor, dass die Ergebnisse dieser Forschung nicht nur für die Wissenschaft von Bedeutung sind, sondern auch wichtige Erkenntnisse für geopolitische Fragestellungen liefern können.
Engagierte Zusammenarbeit
Das IAP wurde Anfang 1992 gegründet und hat seine Wurzeln in der Luftwarte von 1951. Es hat sich seither zu einer führenden Forschungseinrichtung in den Atmosphärenwissenschaften entwickelt. Unter der Leitung von Claudia Stolle forschen die Wissenschaftler in Abteilungen wie optische Sondierungen, Radarsondierungen sowie Theorie und Modellierung. Zudem werden regelmäßig Lehrangebote für Studierende der Universität Rostock bereitgestellt, die Praktika und Abschlussarbeiten am IAP durchführen können.
Das Institut fördert auch den Technologietransfer und stellt technische Entwicklungen Unternehmen zur Verfügung. Einmal alle 2-3 Jahre öffnet das IAP seine Türen für die Öffentlichkeit und bietet Führungen für Schulen und Organisationen an, um das Interesse an der Atmosphärenforschung zu wecken.
Mit ihrer fortschrittlichen Radar- und Lidar-Technologie ist das IAP nicht nur für die Wissenschaft in Mecklenburg-Vorpommern von großer Bedeutung, sondern positioniert sich auch international als wichtiger Akteur in der Klima- und Weltraumforschung. Die Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern wird, wie die Delegationsreise zeigt, immer wichtiger für die Bewältigung der Herausforderungen, die der Klimawandel und die Erforschung des Weltraums mit sich bringen.