Heute ist der 18.05.2026 und die politische Landschaft in Mecklenburg-Vorpommern ist in Aufruhr. Gut vier Monate vor der Landtagswahl im September plant die AfD, unter der Führung von Leif-Eric Holm und Enrico Schult, eine „blaue Welle“. Mit einer aktuellen Umfrage, die ihnen 36 Prozent zuspricht, könnte die Partei tatsächlich ins Schweriner Schloss einziehen. Die Stimmung scheint sich zu drehen und das nicht ohne Grund.
Die SPD unter Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat sich zwar auf 27 Prozent verbessert und den Abstand zur AfD auf neun Punkte verkürzt, aber das ist ein schmaler Grat. Die CDU, die lange Zeit eine feste Größe war, rutscht mit nur 10 Prozent auf Platz 4 ab. Schwesig warnt in den Medien vor der AfD und versucht sich klar gegen die Bundesregierung zu positionieren. Trotzdem bleibt sie die beliebteste Politikerin mit 51 Prozent Zustimmung – ein kleiner Lichtblick in stürmischen Zeiten.
Die Strategie der AfD
Holm und Schult treten überraschend nüchtern und unideologisch auf. Sie haben sich im Januar gegen Nikolaus Kramer durchgesetzt, der für seine rassistischen Äußerungen bekannt war. Ihr Ansatz ist smart: Sie kombinieren ein moderates Auftreten mit einem völkisch-nationalistischen Programm. Klingt herausfordernd, oder? Während sie radikale Rhetorik vermeiden, schweigen sie jedoch zu den extremen Positionen innerhalb ihrer eigenen Partei. Das macht es für viele Wähler schwer, die echten Intentionen der AfD zu durchschauen.
Ihr 94-seitiger Entwurf für ein „Regierungsprogramm“ zeigt dennoch die Radikalität des Landesverbands. Die wirtschaftspolitischen Forderungen sind klar: Annäherung an Russland, Reparatur der Nord-Stream-Pipeline, Wegfall von Tarifvorgaben und sogar die Wiedereinführung der Kernkraft. Wo sind wir da gelandet? Im Hinblick auf die Einwanderungs- und Asylpolitik setzen sie auf Begriffe wie „Remigration“ und fordern die Schaffung einer „Rückführungspolizei“. Das lässt einen schon mal aufhorchen.
Bildung und Kultur im Fokus
Für die Bildung haben sie ebenfalls klare Forderungen aufgestellt: Vorschaltklassen für Kinder mit geringen Deutschkenntnissen und verpflichtende Vorschule sind nur der Anfang. Auch die Regeln für den Übergang aufs Gymnasium sollen strenger werden. So schnell wird man nicht mehr auf die Schulbank gedrückt! Bei Gewalt- und Drogendelikten wollen sie schnellere Schulverweise durchsetzen und das Strafmündigkeitsalter auf zwölf Jahre herabsetzen. Und in der Kulturpolitik? Da wird der Schutz der abendländischen Kultur gefordert und Gender-Mainstreaming soll ein Ende finden. Das alles klingt nach einem tiefen Eingriff in unsere Gesellschaft.
Eine rot-rote Koalition aus SPD und Linken würde ihre Mehrheit verlieren, da sie zusammen nur auf 40 Prozent kommen. Die CDU schließt ein Bündnis mit den Linken aus, was die Regierungsbildung in diesem Jahr zu einer echten Herausforderung macht. Die Unzufriedenheit mit der Landesregierung ist spürbar: 58 Prozent der Wähler sind unzufrieden, während die Zufriedenheit auf 38 Prozent gesunken ist. Ein großer Umbruch steht bevor, und die Wähler stehen vor einer entscheidenden Wahl.
Wie wird es weitergehen? Die wichtigsten Themen bei den Wählern sind Bildung, Wirtschaft und Zuwanderung, gefolgt von Inflation und Lebenshaltungskosten. Das zeigt, dass die Menschen sich nicht nur für die großen politischen Spiele interessieren, sondern ganz konkret für ihr tägliches Leben und die Zukunft ihrer Kinder. Es bleibt spannend, wie sich die Wählerschaft entscheiden wird und ob die „blaue Welle“ tatsächlich anrollt oder ob die anderen Parteien noch aufholen können.