Heute ist ein ganz besonderer Tag für alle Geschichts- und Kunstliebhaber! Das Schloss Ludwigslust, ein wahrhaft majestätisches Bauwerk, das jahrelang hinter Gerüsten verborgen war, öffnet endlich seine Pforten für die Öffentlichkeit. Unweit der Autobahn A24 Hamburg-Berlin und direkt an der ICE-Strecke gelegen, ist es jetzt möglich, die volle Pracht des Schlosses zu bewundern – und das gleich in drei Etagen! Nur der Ostflügel war während der umfangreichen Bauarbeiten zugänglich, doch seit dem 30. Mai können Besucher den Goldenen Saal im Mitteltrakt und den Westflügel erkunden.

Die Direktorin der Staatlichen Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen Mecklenburg-Vorpommern (SSGK), Pirko Kristin Zinnow, gab bekannt, dass das gesamte Schloss nun museal erfahrbar ist. Die Restaurierung des Westflügels, die seit 2016 in vollem Gange war, hat beeindruckende 18,3 Millionen Euro gekostet. Und das ist noch nicht alles: Für die neue Dauerausstellung wurden zusätzlich rund 1,6 Millionen Euro investiert. Hier wird Geschichte lebendig – die Ausstellung thematisiert die höfische Welt des 18. und 19. Jahrhunderts und erstreckt sich über 25 prächtig restaurierte Räume!

Einblick in die Vergangenheit

Zu den herausragenden Exponaten zählt die Wohnung der preußischen Prinzessin Alexandrine, die 1822 den Erbgroßherzog von Mecklenburg-Schwerin heiratete. Besonders ihr Schlafzimmer ist ein echter Blickfang – ausgestattet mit kostbaren Stoffen und originalen Ausstattungsstücken, die die Besucher in eine andere Zeit entführen. Im Blauen Zimmer, das als privates Wohnzimmer von Alexandrine diente, finden sich historische Möbel und persönliche Gegenstände, die ein Stück weit ihre Geschichte erzählen.

Das goldene Kaffee- und Teeservice der russischen Zarentochter Helena Paulowna, die 1799 den Erbprinzen Friedrich Ludwig ehelichte, zählt ebenfalls zu den bedeutendsten Objekten der neuen Ausstellung. Es spiegelt die europäischen Verbindungen des mecklenburgischen Hofes wider und ist ein wahres Meisterwerk. Die Restaurierung des Goldenen Saales, der opulent mit vergoldeten Dekorationen, Säulen und Kronleuchtern geschmückt ist, hat ihn in neuem Glanz erstrahlen lassen. Projektleiterin Anja Niemann war für diese Sanierung verantwortlich und hat mit ihrem Team ganze Arbeit geleistet.

Ein Ort für alle Sinne

Die Residenz Ludwigslust ist nicht nur ein architektonisches Meisterwerk, sondern auch ein Ort der Begegnung. Im Schlosscafé können sich die Besucher mit hausgemachten Kuchen und Speisen stärken – ein Genuss für Gaumen und Seele! Und für die Wissenshungrigen gibt es öffentliche Führungen, die von Mai bis Oktober immer dienstags, freitags, samstags, sonntags und an Feiertagen um 14 Uhr stattfinden. Im Winter wird der Rhythmus etwas ruhiger, aber auch dann ist samstags, sonntags und feiertags um 14 Uhr eine Führung drin.

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Die Anreise ist denkbar unkompliziert, ob mit dem Auto über die A20 oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Parkplätze sind in der Friedrich-Naumann-Allee verfügbar. Und keine Sorge – die Barrierefreiheit wird ebenfalls berücksichtigt, auch wenn die Zuwegung im Westflügel momentan eingeschränkt ist.

Das Schloss Ludwigslust, einst Sitz der Herzöge von Mecklenburg-Schwerin, ist ein Zentrum von Macht, Repräsentation und Kunst. Hier wird die Geschichte nicht nur erzählt, sondern auch gelebt – und das in einem Ambiente, das seinesgleichen sucht. Ein Besuch ist nicht nur ein Ausflug in die Vergangenheit, sondern auch ein Erlebnis, das alle Sinne anspricht. Also, auf zur Entdeckungstour!