Heute ist der 20.05.2026, und während die ersten warmen Sonnenstrahlen den Norden Deutschlands umarmen, gibt es im Bienenzuchtzentrum Bantin in Mecklenburg-Vorpommern einen ganz besonderen Anlass zur Freude. Hier hat die Königinnenzucht begonnen! Dieser Ort, der als wahres Eldorado für Imker gilt, verfolgt das ehrgeizige Ziel, sanftmütige, leistungsstarke und vor allem vitale Bienenvölker durch gezielte Kreuzung zu züchten. Ein bisschen wie beim Matchmaking – nur für Bienen!
Carsten Fischer, der erfahrene Imker, schnappt sich seinen Umlarvlöffel und macht sich auf die Suche nach Larven, die bald zu neuen Bienenköniginnen heranwachsen sollen. Jährlich werden hier rund 2.000 Königinnen gezüchtet. In der Natur überlebt normalerweise nur eine Königin, daher werden die Zellen mit Käfigen versehen, um Konkurrenz zu vermeiden. Das klingt fast wie im richtigen Leben, oder? Manchmal muss man eben ein bisschen nachhelfen, damit der Frieden herrscht.
Künstliche Besamung – Ein präziser Weg zur Königin
Die Bienenexpertin Franziska Fischer aus Berlin führt die instrumentelle Besamung durch – eine hochpräzise Methode, die nicht nur den Imkern, sondern auch den Bienen zugutekommt. Bei dieser Besamung wird das Sperma von Drohnen in die Königin eingeführt, die dafür betäubt wird. Faszinierend, oder? Die Königin hat die Fähigkeit, das Sperma bis zu fünf Jahre in ihrer Samenblase zu speichern. Diese Methode ermöglicht eine gezielte Auswahl von Eigenschaften für die nächste Generation. Das Bienenzuchtzentrum erhält dafür eine Förderung von 380.000 Euro vom Land, doch die zusätzlichen Einnahmen durch Honig und Königinnen sind unerlässlich.
Imker in ganz Mecklenburg-Vorpommern, wo es über 3.000 Imker und etwa 30.000 Bienenvölker gibt, profitieren von den Züchtungen aus Bantin. Diese sind sogar über die Landesgrenzen hinaus gefragt! Eine spannende Entwicklung, die zeigt, wie wichtig die Bienenhaltung für die Region ist. Und während viele Gärtner in MV aufgrund der Kälte noch kaum etwas im Beet haben, blicken die Imker optimistisch auf die kommende Saison.
Die Rolle der Wildbienen
Auf drei Hektar Ackerfläche am Studentensteig in Eldena wird zudem ein Raum für Wildbienen und andere Insekten geschaffen. Wildbienen sind weiterhin stark bedroht, und es ist bemerkenswert, dass sich die Honigbienen-Völker in Schleswig-Holstein gut entwickeln. Das zeigt, wie wichtig eine vielfältige Flora und Fauna für unsere Umwelt ist.
Für all jene, die sich intensiver mit dem Thema künstliche Besamung beschäftigen möchten, sei auf die Webseite von Prof. Dr. Peter Schley verwiesen. Er ist ein wahrer Pionier auf diesem Gebiet und hat seit den 1970er Jahren an der Universität Gießen geforscht. Seine Entwicklung der SCHLEY-Instrumente ist eine wertvolle Unterstützung für Imker und Wissenschaftler. Die Webseite, nun in den Händen von A&G Wachholz GbR, bietet tiefere Einblicke in züchterische Aspekte und die Besamung. Wusstet ihr, dass künstlich besamte Königinnen laut einer Studie von Susan Cobey sogar leistungsfähiger sein können? Das ist eine spannende Perspektive in der Bienenzucht!
Es ist einfach beeindruckend, wie viel Arbeit und Hingabe in der Bienenzucht steckt. Ob in Bantin oder anderswo, die Imker leisten einen unschätzbaren Beitrag zum Erhalt unserer Bienenpopulationen und damit zur Sicherung der Biodiversität. Also, wenn ihr das nächste Mal einen Löffel Honig genießt, denkt daran, welch große Geschichte dahintersteckt – voller Fleiß, Präzision und einer Prise Natur.