In der beschaulichen Gemeinde Heringsdorf hat sich ein spannendes Projekt in Bewegung gesetzt: Der Bauantrag für das „Haus der Erholung“ in Ahlbeck wurde beim Landkreis Vorpommern-Greifswald eingereicht. Dieses historische Gebäude, das seit 2010 leer steht, ist nicht nur ein architektonisches Erbe, sondern auch ein wichtiger Teil der lokalen Kulturgeschichte. Es steht unter Denkmalschutz und soll nun durch eine denkmalgerechte Sanierung sowie einen modernen Anbau revitalisiert werden.
Die Bürgermeisterin Laura Isabelle Marisken bezeichnet das Vorhaben als eines der größten und komplexesten Projekte der Gemeinde seit vielen Jahren. Sie und ihr Team arbeiten eng mit Planungsbüros zusammen, um die Umsetzung voranzutreiben. Der Landkreis prüft derzeit die eingereichten Bauantragsunterlagen, während die Gemeinde gleichzeitig Fördermittel beantragt, um das Projekt zu realisieren. Ziel ist es, einen neuen kulturellen Mittelpunkt im Herzen Ahlbecks zu schaffen.
Ein Ort der Begegnung und Kultur
Das „Haus der Erholung“ wurde ursprünglich 1954 als Kulturzentrum und Verpflegungsstätte errichtet. Bis zu seiner Schließung im Jahr 2010 diente es als Kino und Tanzclub. Die geplanten Maßnahmen umfassen nicht nur die Instandsetzung des denkmalgeschützten Gebäudes, sondern auch die Wiederherstellung des angrenzenden Kurparks. Der historische Saal mit Blick zur See bleibt erhalten, und ein Anbau mit Foyer auf der Rückseite des Hauses ist in Planung. Hierdurch soll ein attraktiver Veranstaltungsort entstehen, der sowohl Einheimische als auch Touristen anzieht.
Der Kurpark, der momentan größtenteils als Parkfläche für Autos genutzt wird, soll ebenfalls in neuem Glanz erstrahlen. Geplant sind die Entsiegelung, Neupflanzungen sowie kleine Plätze und Wasserspiele, die den Park zu einer einladenden Grünfläche für alle Besucher machen.
Unterstützung durch Denkmalschutz
Die Revitalisierung des „Hauses der Erholung“ könnte auch von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz profitieren. Diese Stiftung fördert jährlich bis zu 600 Sanierungsprojekte in Deutschland, mit einem jährlichen Fördervolumen von rund 20 Millionen Euro. Bislang wurden über 7.500 Denkmäler unterstützt, und die Stiftung strebt an, die Anzahl weiter zu erhöhen. Eine ehrenamtliche Wissenschaftliche Kommission berät die Stiftung bei der Projektauswahl, was die Chancen auf eine Förderung für das Ahlbecker Projekt erhöhen könnte.
Das „Haus der Erholung“ ist also nicht nur ein Bauvorhaben, sondern ein Symbol für die kulturelle Wiederbelebung Ahlbecks. Mit der geplanten Sanierung und dem neuen Anbau wird ein Ort entstehen, der Geschichte und Moderne vereint und Raum für Begegnung, Kultur und Erholung bietet. Ein Schritt, der nicht nur die Gemeinde Heringsdorf bereichert, sondern auch einen Beitrag zur Förderung des Denkmalschutzes leistet.