In Güstrow sorgt ein schockierender Mordfall für Aufregung und Entsetzen. Fünf Monate nach dem grausamen Tod des achtjährigen Fabian hat die Staatsanwaltschaft Rostock Anklage wegen Mordes gegen die 30-jährige Gina H. erhoben. Die Ex-Freundin von Fabians Vater soll den Jungen mit mindestens sechs Messerstichen in den Oberkörper getötet haben. Um die Spuren ihrer Tat zu verwischen, wird ihr vorgeworfen, den Leichnam mit Brandbeschleuniger, konkret Grillanzünder, in Brand gesetzt zu haben.
Gina H. lebte in Reimershagen, einem Dorf nahe Güstrow, und hatte nach der Trennung von Fabians Vater größere Probleme. Der Kontakt zwischen den beiden endete am 9. Oktober, als es zu einem erneuten Streit kam. Fabian verschwand am darauffolgenden Tag, was die Ermittlungen in Gang setzte. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Gina H. Fabian mit ihrem orangenen Ford Pick-up abholte und ihn an einen verdeckt gelegenen Tümpel fuhr, wo die grausame Tat geschah.
Beweislage und mögliche Motive
Die Beweislage ist bislang lückenhaft. Ein zentrales Beweismittel, das Messer, fehlt noch immer. Es wurden zwar Spuren an Fabians Leiche gefunden, wie ein kleiner Blutfleck an einer Küchenrolle im Wagen von Gina H., doch die Umstände bleiben unklar. Auch Schuhspuren, die zu ihr passen, dienen als Indizien für ihre Anwesenheit am Tatort. Zudem meldeten sich zwei Männer bei der Polizei, die angaben, von Gina H. zu Fabians Leiche geführt worden zu sein, bevor diese offiziell am 14. Oktober entdeckt wurde. Laut Berichten versuchte Gina H. in den Tagen nach dem Fund der Leiche, Spuren zu verwischen, indem sie ihr Auto wusch und sogar recherchierte, ob Wildschweine Leichen fressen.
Ein mögliches Motiv für die Tat bleibt unklar, aber es gibt Hinweise, dass Gina H. Fabian als Hindernis für eine Rückkehr zu seinem Vater sah. In ihrem Verhalten nach dem Fund des Körpers verhielt sie sich merkwürdig und stellte sich als Stiefmutter vor, während sie zunächst angab, zufällig mit einer Freundin und Hunden unterwegs gewesen zu sein. Später gab sie jedoch zu, bereits mit zwei Männern am Tatort gewesen zu sein und versuchte, sich ein Alibi zu verschaffen, indem sie einem Bekannten die Leiche zeigte, bevor sie die Polizei informierte.
Der Prozess und die Zeugen
Der Prozess wird von großem Interesse begleitet, da mehr als 60 Zeugen, darunter auch Fabians Eltern, erwartet werden. Die Verlesung der Anklageschrift könnte Licht in die noch unklaren Beweismittel bringen. Gina H. hat vor dem Prozess ihr Schweigerecht in Anspruch genommen, und es bleibt abzuwarten, ob sie sich im Verlauf des Verfahrens äußern wird. Ein Geständnis gilt als nahezu ausgeschlossen. Bei einer Verurteilung wegen Mordes droht ihr eine lebenslange Haftstrafe, während bei nicht zweifelsfreier Schuld nur ein Freispruch in Betracht kommt.
Das Landgericht Rostock plant sogar, die Zuschauerplätze im Gerichtssaal zu verlosen, um dem großen Andrang gerecht zu werden. Die gesamte Situation wirft viele Fragen auf und lässt die Bevölkerung in Güstrow schockiert zurück, während die Suche nach der Wahrheit und der Gerechtigkeit weitergeht.