Der Mordprozess gegen Gina H. am Landgericht Rostock nimmt immer skurrilere Züge an. Am 5. Mai 2026 wird sie angeklagt, ihren achtjährigen Sohn Fabian aus Güstrow getötet zu haben. Die Vorwürfe sind schwerwiegend: Gina H. soll Fabian im Oktober 2024 mit einem Messer getötet und seine Leiche anschließend in einem Tümpel verbrannt zurückgelassen haben. Ein grausames Verbrechen, das die ganze Region erschüttert. Doch während die Anklage sich entfaltet, stehen im Gerichtssaal auch menschliche Dramen im Vordergrund.
Fabians Mutter, Dorina L., verfolgt den Prozess aufmerksam. Ihre Augen sind auf Matthias R., Fabians Vater, gerichtet, der in seiner eigenen Welt zu leben scheint. Es ist schockierend zu sehen, wie er im Gerichtssaal mit Gina H. flirtet. Als Dorina L. das beobachtet, wird ihr klar, dass sie Matthias R. nicht als unterstützend für ihren Sohn empfindet. Er gibt vor Gericht zu, dass er und Gina H. seit einigen Monaten wieder ein Paar sind. Ein Paar, das nach der Trennung im August 2025 anscheinend wieder zueinander gefunden hat. Unverständlich für Dorina, die ständig im Gerichtssaal sitzt und diese Verwirrung ertragen muss.
Die schockierenden Details des Verbrechens
Um die Ereignisse rund um den Mord an Fabian besser zu verstehen, werfen wir einen Blick auf den Tattag. Am 11. Oktober 2024, gegen 10:43 Uhr, besuchte Gina H. die Wohnung von Fabian, während er allein zu Hause war. Er hatte sich krank gefühlt und blieb deshalb von der Schule fern. Das war der Moment, in dem alles seinen verhängnisvollen Lauf nahm. Um 11:22 Uhr deaktivierte Gina ihr Smartphone. Ein klares Zeichen, dass sie den Kontakt zur Außenwelt unterbrechen wollte.
Was dann geschah, ist kaum zu fassen. Gina H. und Fabian fuhren in Richtung Klein Upahl und gingen zu einem Tümpel. Dort stach Gina H. ihrem Sohn mit einem Messer zu – zwei Stiche direkt ins Herz. Laut Obduktion starb Fabian zwischen 10:50 Uhr und 13 Uhr. Um 12:43 Uhr aktivierte Gina ihr Smartphone wieder. Wie ein Schatten über dem Tümpel, wo wenig später die Leiche des kleinen Jungen gefunden wurde. Videoaufnahmen zeigen einen orangefarbenen Ford Ranger in der Nähe von Fabians Wohnung, doch wer das Auto fuhr, bleibt unklar.
Ein Feuer und die Hilferufe der Polizei
Am sechsten Prozesstag wurde eine Zeugin gehört, die am Tattag gegen 15 Uhr ein Feuer am späteren Fundort der Leiche fotografierte. Sie war mit ihrem Pferd unterwegs, sah Rauch und dann ein kleines Feuer, das wie ein Lagerfeuer aussah. Unwissend über die Tragödie, die sich gerade ereignet hatte, machte sie ein Foto, um es ihrem Partner zu zeigen. Zu diesem Zeitpunkt war das Verschwinden des Jungen noch nicht einmal öffentlich bekannt. Es ist erschreckend, wie schnell aus einem unschuldigen Moment ein Albtraum werden kann.
Die Polizei bat am 11. Oktober 2024 die Bevölkerung um Mithilfe, um den vermissten Jungen zu finden. Ein verzweifelter Aufruf, der das ganze Land bewegte und das Ausmaß der Tragödie verdeutlichte. Inmitten dieser schockierenden Ereignisse ist es kaum zu fassen, dass die Kriminalität in Deutschland im Jahr 2024 um 1,7 % sank. Doch die Gewaltkriminalität stieg um 1,5 % auf den höchsten Stand seit 2007. Die Zahlen sind alarmierend und werfen Fragen auf, insbesondere, wenn man bedenkt, dass auch die tatverdächtigen Kinder um 11,3 % zunahmen.
Wie wird dieser Prozess enden? Für Gina H. gilt die Unschuldsvermutung, aber die Beweise sind erdrückend. In der Luft liegt eine Mischung aus Trauer, Entsetzen und dem unstillbaren Bedürfnis nach Gerechtigkeit. Der Prozess, der am 28. April 2026 begann, erstreckt sich über insgesamt 17 Verhandlungstage bis zum 2. Juli 2026. Der Verlauf wird mit Spannung erwartet, während Dorina L. weiterhin im Gerichtssaal sitzt, die Augen voller Tränen und der Verstand überfordert von den Geschehnissen.