Am 28. April 2026 beginnt am Landgericht Rostock ein Prozess, der die norddeutsche Region in Atem hält. Angeklagt ist die 30-jährige Gina H., die beschuldigt wird, den achtjährigen Fabian aus Güstrow ermordet zu haben. Die Anklage lautet auf heimtückischen Mord aus niedrigen Beweggründen. Dieser Fall ist nicht nur tragisch, sondern auch von einer Vielzahl an menschlichen Emotionen und familiären Verstrickungen geprägt.
Fabian wurde am 10. Oktober 2025 als vermisst gemeldet. Vier Tage später fand die Polizei seinen Leichnam in der Nähe von Klein Upahl. Die Staatsanwaltschaft erhebt schwere Vorwürfe gegen Gina H.: Sie soll Fabian aus der Wohnung seiner Mutter gelockt und ihn brutal mit einem Messer (10 cm Klinge) mindestens sechs Mal verletzt haben, darunter zwei Stiche ins Herz. Nach der Tat soll sie den Leichnam mit Grillanzünder in Brand gesetzt haben, um Spuren zu beseitigen. Das Motiv bleibt indes im Dunkeln, und die Ermittler scheinen auf verschiedene Hinweise und Zeugenaussagen zu setzen, die zusammen über 1.000 Spuren umfassen.
Ein Vater im Zwiespalt
Der Vater von Fabian sorgt während des Prozesses für Entsetzen und Verwirrung. Er glaubt an die Unschuld der Angeklagten und hat seine Beziehung zu Gina H. während der Verhandlung bestätigt. Oberstaatsanwalt Harald Nowack äußerte, dass der Vater seine Aussagen relativiert hat, was die Anwältin der Nebenklage, Christine Habetha, ungläubig macht. Sie spricht von einer Manipulation und kritisiert, dass der Vater nicht einmal weiß, wann sein Kind beerdigt wurde. Diese emotionale Distanz wirft Fragen auf und verstärkt die Dramatik des Falles.
Das Elternpaar hatte sich vor Jahren getrennt, und die Mutter ist entsetzt über das Verhalten des Vaters. Sie nimmt als Nebenklägerin am Prozess teil und wird mit Sicherheit von den Geschehnissen stark betroffen sein. Ein weiterer emotionaler Aspekt ist der Umstand, dass die Beziehung zwischen Gina H. und Fabians Vater im August 2025 endete, kurz bevor das Unfassbare geschah.
Der Verlauf des Prozesses
Der Prozess ist bis Anfang Juli 2026 terminiert, und zahlreiche Zeugen sollen vernommen werden. Gina H. sitzt seit ihrer Festnahme am 7. November 2025 in Untersuchungshaft und hat seitdem keine Aussage zu den Vorwürfen gemacht. Auffällig ist, dass sie der Polizei anzeigte, wo Fabians Leiche gefunden werden konnte, und dabei behauptete, sie sei zufällig auf ihn gestoßen. Solche Widersprüche lassen Raum für Spekulationen über ihre tatsächliche Rolle in diesem tragischen Fall.
Es ist bemerkenswert, dass Frauen in Deutschland seltener wegen Mordes verurteilt werden. In Mecklenburg-Vorpommern sitzen derzeit zwei Frauen und 33 Männer wegen Mordes in Haft. Das könnte die Gemüter zusätzlich aufheizen, zumal die Anklage wegen Mordes nicht automatisch zu einer Verurteilung führt. Ein Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit zeigt, dass sogar Totschläge in der Rechtsprechung anders gewertet werden können.
Ein Podcast über den Fall
Für alle, die tiefer in die Materie eintauchen möchten, gibt es einen Podcast mit dem Titel „Fall Fabian – Der Prozess“, der über die Entwicklungen im Fall berichtet. Der Prozess selbst wird von vielen als eine der emotionalsten und aufwühlendsten Gerichtsverhandlungen der letzten Jahre angesehen. Die Kombination aus familiären Konflikten, unfassbarem Leid und der Suche nach Gerechtigkeit macht diesen Fall zu einem, der die Menschen berührt und beschäftigt.
Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern.