Die vietnamesische Musikszene – ein bunter Strauß an Klängen, der sich seit Anfang des Jahres in einem ständigen Wandel befindet. Kaum zu glauben, aber trotz der Veröffentlichung zahlreicher Musikvideos und Alben bleibt der große Wurf aus. Besonders das Album „Mắt cửa mắt mở“ von Hieuthuhai hat die Charts dominiert, aber die Hörerzahlen? Die sind mehr als bescheiden. Wenn man sich das Musikvideo „Tuyển bạn gái“ von OgeNus und Darangto anschaut, das fast einen Monat lang an der Spitze der Charts stand, fragt man sich schon, was hier los ist. Gerade mal über 4 Millionen Aufrufe – das ist doch nicht der große Durchbruch, oder?

Vietnamesische Künstler sind fleißig am Werk, doch die wirklich überzeugenden Hits scheinen zu fehlen. Die Werke von Kiều Anh, Minh Hằng, Tóc Tiên, Ngọc Thanh Tâm und Jun Phạm konnten die Erwartungen nicht erfüllen. Und auch wenn Hieuthuhai mit seinen Songs, darunter „The Silent One Meets the Talkative One“, Erfolge feiert, bleibt der große Hype doch auf der Strecke. Der Hit „Em“ von Binz, der in Zusammenarbeit mit Soobin entstand, sorgt dagegen für frischen Wind in der Szene. Mit 2 Millionen Aufrufen und der emotionalen Tiefe ist die Ballade ein echter Ohrwurm!

Die Konkurrenz schläft nicht

In dieser dynamischen Welt hat Binz nicht nur mit seinem Debütalbum, sondern auch mit seinen Kollaborationen viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Da ist es nur logisch, dass Son Tung nicht untätig bleibt. Er kündigt ein Comeback an, und zwar mit einem Projekt, das internationale Künstler an Bord hat. Das Musikvideo „Come My Way“, das in Zusammenarbeit mit dem berühmten Tyga entsteht, wird mit hohen Erwartungen erwartet. Der Hype könnte Son Tung auf ein neues Level katapultieren – die Frage ist nur, ob sein Team aus der Vergangenheit gelernt hat. Die Zusammenarbeit mit Snoop Dogg hatte ja nicht gerade die erhofften Resultate gebracht.

In der digitalen Musiklandschaft hat sich viel getan. Binz kann sich in diesem Bereich bereits vor Son Tung sehen lassen. Die digitale Musikszene in Vietnam hat sich in den letzten Jahren enorm entwickelt, angetrieben von einer jungen, technikaffinen Zielgruppe. Streaming-Dienste wie Spotify und Apple Music boomen, und der Umsatz des digitalen Marktes wird für 2024 auf ca. 61,98 Millionen USD geschätzt. Dabei wird der Streaming-Sektor allein auf 39,19 Millionen USD kommen – das ist ein ganz schöner Brocken!

Herausforderungen und Chancen

Doch die vietnamesische Musikindustrie sieht sich auch Herausforderungen gegenüber. Urheberrechtsverletzungen und eine begrenzte Infrastruktur machen es den Künstlern nicht leicht. Die Piraterie schränkt ihre Einnahmen ein und trotzdem – oder vielleicht gerade deswegen – wird die Musik immer vielfältiger. Von traditioneller Volksmusik bis hin zu Hip-Hop und elektronischen Klängen ist alles dabei. Die großen Produktionsunternehmen wie Phuong Nam Film und die internationalen Player wie Universal Music Vietnam arbeiten hart daran, die Talente zu fördern und den Künstlern den Weg zu ebnen.

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Die Perspektiven für die Zukunft scheinen vielversprechend. Mit der wachsenden Internetnutzerbasis und dem Einfluss globaler Trends könnte der vietnamesische Musikmarkt bald nicht nur national, sondern auch international an Bedeutung gewinnen. Und während die Künstler weiterhin um die Vorherrschaft kämpfen, bleibt abzuwarten, ob die Szene sich von den Rückschlägen der Vergangenheit erholt und neue Höhen erreicht.