Die Wachsaison an den Küsten von Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern hat begonnen! Wer die ersten Sonnenstrahlen am Strand genießen möchte, kann sich freuen: Am 25. April öffneten die ersten DLRG-Stationen auf den beliebten Inseln Borkum und Langeoog sowie in Hohwacht ihre Pforten. Ein Aufatmen für alle, die gerne im Meer schwimmen – und die Sicherheit ist dabei ein großes Thema.
In den nächsten Wochen wird sich viel tun. Bis Ende Mai werden etwa 75 % der insgesamt 81 DLRG-Stationen mit rund 100 Badestellen in Betrieb sein. Der Rest folgt dann im Juni und Juli, wenn die Wellen und die Sonne noch ein bisschen schöner werden. Allerdings – und das ist wichtig zu wissen – das Baden im Meer birgt mehr Risiken als in ruhigen Binnengewässern. Veränderungen im Untergrund, Wind und Strömungen können die Sicherheit erheblich beeinflussen. Daher ist es unerlässlich, die bewachten Badestellen aufzusuchen und ein Auge auf die Strand-Sicherheitsflaggen zu haben.
Sicherheit geht vor
Die gelb-rote Flagge zeigt an, dass Rettungsschwimmer im Dienst sind. Die gelbe Flagge warnt vor Gefahren, besonders für unsichere Schwimmer, und die rote Flagge? Die bedeutet Lebensgefahr! Ein kleines Stückchen Stoff kann also über Wohl und Wehe entscheiden. In der vergangenen Saison waren über 7.000 Rettungsschwimmer im Einsatz, die durch ihre ständige Wachsamkeit das Leben vieler Badegäste sicherten. Komischerweise ist die durchschnittliche Einsatzzeit der Rettungsschwimmer gesunken – von knapp 14 Tagen auf weniger als 10 Tage. Das klingt paradox, aber die DLRG benötigt dringend mehr Rettungsschwimmer, vor allem bis Mitte Juli!
Es ist auch interessant zu wissen, dass die DLRG viele junge Menschen anspricht, die ab 16 Jahren Wachdienste übernehmen können, vorausgesetzt sie haben das Rettungsschwimmabzeichen Silber. Die Organisation stellt sogar Unterkunft und Verpflegungspauschalen bereit und übernimmt die Fahrtkosten. Für viele ist das eine tolle Möglichkeit, die Sommerferien aktiv zu gestalten – und hey, man muss kein Mitglied sein, um sich zu bewerben! Rund 2.000 örtliche DLRG-Vereine bieten regelmäßig die notwendigen Kurse an, und die Nachfrage ist oft größer als das Angebot, insbesondere während der Hauptferienzeit im Juli und August.
Erfahrungen und Herausforderungen
Die Geschichten, die Rettungsschwimmer während ihrer Einsätze erleben, sind oft dramatisch. Ein Beispiel: Vor zwei Jahren halfen sie einem 49-jährigen Surfer in Heiligenhafen, der mit einer ausgekugelten Schulter in Schwierigkeiten geriet. Und das sind nur die sichtbaren Notfälle. Die DLRG hat für das Jahr 2025 weniger Badetote als 2024 erwartet, als in deutschen Gewässern 411 Todesfälle dokumentiert wurden. Das klingt positiv, aber es ist trotzdem alarmierend zu wissen, dass viele Menschen ihre eigenen Fähigkeiten im Wasser falsch einschätzen. Sicherheitszeichen, wie die rote Flagge, werden oft ignoriert – und das kann fatale Folgen haben.
Insgesamt haben die Rettungsschwimmer auch im Jahr 2025 eine Menge zu tun: Über 6.500 waren im Einsatz, und sie verzeichneten mehr als 590.000 Wachstunden sowie rund 240 Rettungseinsätze. Die DLRG schätzt, dass mehr als die Hälfte der Kinder die Grundschule ohne sichere Schwimmfähigkeiten verlässt – ein alarmierender Fakt, der uns alle betrifft. Es wird Zeit, etwas zu ändern! Die Bundesförderung für Schwimmbäder wird um 250 Millionen Euro auf 333 Millionen Euro erhöht, um die Schwimmausbildung zu unterstützen. Bis 2029 sollen 20 Millionen Euro bereitgestellt werden, um die Situation zu verbessern.
Die Wachsaison hat also nicht nur einen fröhlichen, sondern auch einen sehr ernsten Hintergrund. Wir hoffen, dass alle Badegäste die nötige Vorsicht walten lassen und sich an die Hinweise der DLRG halten. Der Sommer steht vor der Tür – genießen wir ihn, aber sicher!