Die Nachrichten aus dem Atlantik sind nicht gerade das, was man sich für eine entspannte Kreuzfahrt erhofft. Auf dem Kreuzfahrtschiff „MV Hondius“ ist das Hantavirus ausgebrochen. So dramatisch, dass drei Passagiere ihr Leben verloren haben, darunter ein niederländisches Ehepaar und ein 69-jähriger Brite. Der Brite befindet sich derzeit auf der Intensivstation einer Klinik in Johannesburg, während die Situation an Bord weiterhin angespannt bleibt. Die Passagiere müssen an Deck bleiben, Abstand halten und Gesichtsmasken tragen – ein bisschen wie in einem Horrorfilm, nur dass die Bedrohung real ist.
Das Schiff lag am Sonntag vor Praia, der Hauptstadt von Kap Verde. Der 70-jährige Ehemann starb zuerst an Bord, seine 69-jährige Frau verstarb später in Südafrika. Dies ist nicht nur ein trauriges Schicksal, sondern wirft auch Fragen auf: Wie konnte es so weit kommen? Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat bereits einen Fall von Hantavirus bestätigt und untersucht insgesamt sechs Verdachtsfälle. Das Schiff hatte Argentinien vor etwa drei Wochen verlassen und war auf dem Weg zu den Kanarischen Inseln, als die ersten Symptome auftraten.
Übertragung und Symptome
Hantaviren werden hauptsächlich durch Ratten und Mäuse übertragen. Man steckt sich nicht nur durch direkten Kontakt an, sondern auch durch Kontakt mit deren Urin, Kot oder Speichel. Die Symptome sind alles andere als angenehm: Müdigkeit, Fieber, Muskelschmerzen und starke Kopfschmerzen sind nur einige der Beschwerden. Bei schweren Verläufen kann es sogar zu Nieren- und Lungenversagen kommen. Es gibt keine spezifische Behandlung oder Impfung, und die symptomatische Behandlung ist der einzige Weg, um die Patienten zu unterstützen.
Die niederländischen Behörden sind dabei, die Rückführung der symptomatischen Personen in die Heimat zu organisieren. Gleichzeitig haben lokale Gesundheitsbehörden das Schiff aufgesucht, um die Situation zu bewerten. Währenddessen sind die Passagiere gezwungen, an Bord zu bleiben – eine nervenaufreibende Zeit, die sich für viele wie eine Ewigkeit anfühlen muss.
Hantavirus in Deutschland
Wusstet ihr, dass Hantaviren auch in Deutschland verbreitet sind? Jährlich werden Dutzende bis Hunderte Hantavirus-Erkrankungen gemeldet, wobei die Häufigkeit stark schwankt. Im Jahr 2022 wurden etwa 140 Erkrankungen gemeldet, während es 2021 mehr als 1700 waren. Ein Todesfall aufgrund einer Hantavirus-Infektion in Deutschland seit 2001 ist zwar selten, doch das Risiko bleibt bestehen, besonders in bestimmten Regionen wie der Schwäbischen Alb oder dem Bayerischen Wald. Ein bisschen beunruhigend, wenn man bedenkt, dass die Viren bis zu sechs Wochen in der Umwelt überdauern können. Es ist also ratsam, Lebensmittel unzugänglich aufzubewahren und Abfall in verschließbaren Mülleimern zu entsorgen – ein kleiner Schritt, um sich zu schützen.
Die Entwicklungen rund um die „MV Hondius“ sind ein eindringlicher Reminder, wie verletzlich wir sind – auch auf einem Urlaubstrip. Während die Passagiere an Bord und die Gesundheitsbehörden alles tun, um die Situation unter Kontrolle zu bringen, bleibt zu hoffen, dass die Betroffenen schnell wieder genesen und diese Geschichte bald nur noch eine Erinnerung ist.