Heute, am 20. Mai 2026, wird es laut in der Swiss Life Arena. Österreich und die Schweiz stehen sich gegenüber, und die Stimmung ist elektrisierend. Das Duell beginnt um 16:20 Uhr, und mit 10.000 Zuschauern ausverkauft, könnte man meinen, die Arena platzt gleich vor Aufregung. Österreich hat bisher in der Eishockey-Weltmeisterschaft alle drei Spiele gewonnen und steht punktgleich mit der Schweiz. Ein weiterer Sieg könnte für die Österreicher den Einzug ins Viertelfinale sichern – eine Aussicht, die Teamchef Roger Bader mit leuchtenden Augen betrachtet. „Ein Punkt aus den letzten vier Spielen ist alles, was wir brauchen“, sagt er optimistisch.
Der Druck ist spürbar, vor allem, weil es für Österreich das vierte Spiel in nur fünf Tagen ist. „Wir sind müde, aber wir sind motiviert“, so Bader. Es ist bemerkenswert, wie sein Team trotz der zahlreichen Absagen vor der WM zusammenhält. „Es gibt kein faules Ei in der Mannschaft“, hebt Bader hervor. Und Verteidiger Paul Stapelfeldt beschreibt das Gefühl im Team als „absolutes Glücksgefühl“. Ein echtes „Wir-Gefühl“, das auch Stürmer Vinzenz Rohrer betont: „Wir sind eine spezielle Truppe mit außergewöhnlichem Zusammenhalt.“
Eishockey in der Schweiz – ein Aufstieg mit Geschichte
Die Schweiz hingegen kann auf eine beeindruckende Reihe von Erfolgen zurückblicken. Mit Siegen gegen die USA (3:1), Lettland (4:2) und Deutschland (6:1) hat das Team von Jan Cadieux, der nach dem Abgang von Patrick Fischer als Headcoach übernahm, bereits einen starken Eindruck hinterlassen. Cadieux, der zuvor als Assistent arbeitete, steht vor einer großen Herausforderung: Die Schweiz strebt nach Silbermedaillen in den Jahren 2024 und 2025, um schließlich 2026 den ersten WM-Titel zu gewinnen.
Der Aufstieg des Schweizer Eishockeysports begann 1997 mit einer Niederlage gegen Österreich in der Olympia-Qualifikation. Damals erkannte Peter Zahner, der damalige Sportdirektor der Schweiz, dass es an der Zeit war, in den Eishockeysport zu investieren. Roger Bader, der auch in den 90ern und 2000ern zum Aufstieg des Schweizer Eishockeys beitrug, weiß, wie wichtig diese Schritte waren. „Vor 20-25 Jahren waren wir finanziell nicht überlegen“, sagt er, und betont, dass der heutige Vorsprung das Ergebnis jahrelanger Entwicklung und Nachwuchsarbeit ist. Ein eigener „schweizerischer Stil“ hat sich entwickelt, und Bader ist überzeugt, dass auch Österreich genug talentierte Spieler hat, um mit weniger Legionären auszukommen.
Ein Blick auf die WM und ihre Geschichte
Die 89. Eishockey-Weltmeisterschaft, die am 15. Mai 2023 in Zürich und Freiburg begann, dauert bis zum 31. Mai 2023. Die letzte WM in der Schweiz fand 2009 statt, und 2020 musste das Turnier aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden. Aktueller Titelträger sind die USA, die 2022 im Finale die Schweiz besiegten. Die Geschichte des Eishockeys ist reich an Traditionen, und Kanada bleibt mit 28 WM-Titeln der Rekordsieger. Die deutsche Nationalmannschaft hat bisher keinen Turniersieg erzielt – ein Mangel, der die Fans schmerzt.
Die heutige Begegnung zwischen Österreich und der Schweiz ist nicht nur ein weiteres Spiel in einer langen Reihe von Duellen, sondern auch ein Spiegelbild der Entwicklungen, die beide Nationen im Eishockey durchlebt haben. Es bleibt abzuwarten, ob Österreich den Schwung der bisherigen Erfolge mitnehmen und die Schweiz herausfordern kann. Die Arena wird beben – und die Fans dürfen auf ein spannendes Spiel hoffen!