Inmitten der sanften Hügel und malerischen Seen in Mecklenburg-Vorpommern liegt das kleine, aber lebendige Dorf Kieve. Hier, wo die Zeit ein bisschen langsamer zu vergehen scheint, hat Yared Dibaba sich aufgemacht, um den Menschen und Geschichten abseits der großen Städte ein Gesicht zu geben. In seiner Dokureihe „Yared kommt rum“ zeigt er uns, was das Leben in Dörfern so einzigartig macht. Kieve, das urkundlich bereits 1298 erwähnt wurde, hat etwa 140 Einwohner und kann mit stolzen 59 Scheunen aufwarten. Wer hätte gedacht, dass hier so viel Geschichte in der Luft liegt!
Bei seinem Besuch trifft Dibaba auf Jürgen Taube, der sich heldenhaft um eine einsturzgefährdete Scheune gekümmert hat – ein wahres Denkmal ländlichen Lebens! Außerdem gibt es da Harald Schröder, einen ehemaligen Feuerwehr-Chef und leidenschaftlichen Sammler von DDR-Fahrzeugen, der uns mit seinen Geschichten in die Vergangenheit entführt. Und nicht zu vergessen: der Abstecher ins Kiever Moor. Hier wird aktiv Umweltschutz betrieben, mit Maßnahmen wie der Wiedervernässung und dem innovativen Modell der MoorFutures. Das zeigt, dass auch in einem kleinen Dorf große Ideen sprießen können!
Ein Ort voller Leben und Tradition
Das Picknick am See mit Bürgermeisterin Christine Jantzen – die ihr Amt ehrenamtlich ausübt – bringt eine wunderbare Atmosphäre mit sich. Man spürt sofort die Verbundenheit der Dorfbewohner untereinander. Kieve ist nicht nur ein geografischer Punkt auf der Karte, sondern ein Ort, an dem Traditionen lebendig gehalten werden. Jedes Jahr wird das Weiße Dinner organisiert, und auch Winterwanderungen, Flohmärkte, Erntefeste und Adventsmärkte stehen auf dem Programm. Hier wird Gemeinschaft großgeschrieben!
Wusstest du, dass Kieve auch einen Preis für seine lokalen Klimaschutzmaßnahmen gewonnen hat? Mit dem Fokus auf Photovoltaik zeigt das Dorf, wie man Verantwortung für die Zukunft übernimmt. Das ist besonders bemerkenswert in einer Zeit, in der der Klimawandel uns alle betrifft. Und dann gibt es noch Angela Fensch, ein ehemaliges DDR-Topmodel, und ihren Mann Florian Flierl, einen talentierten Bildhauer. Ihre Geschichten geben dem Dorf eine kreative Note, die man nicht unterschätzen sollte.
Geografische und geschichtliche Wurzeln
Kieve liegt in der malerischen Region der Mecklenburgischen Seenplatte, nur einen Katzensprung von Röbel/Müritz entfernt. Mit einer Fläche von 15,52 km² und einer Bevölkerungsdichte von gerade einmal 8 Einwohnern pro km² ist es ein ruhiger Ort, der Landwirtschaft und Natur in perfekter Harmonie vereint. Die Höhenlage von 67 m über Normalnull bietet nicht nur Ausblicke, sondern auch einen Rahmen für viele Outdoor-Aktivitäten. Man könnte sagen, Kieve ist ein Geheimtipp für Naturliebhaber!
Die Geschichte des Dorfes reicht weit zurück. Ein Burgwall aus dem 7. bis 9. Jahrhundert zeugt von einer langen Siedlungsgeschichte, und die Kirche, die im 13. Jahrhundert errichtet wurde, ist ein weiteres historisches Kleinod. Markgraf Waldemar von Brandenburg schenkte das Dorf einst dem Zisterzienserkloster Neuenkamp. Solche Geschichten machen Kieve zu einem Ort voller Erlebnisse – jeder Stein könnte seine eigene Geschichte erzählen.
Die Rolle ländlicher Räume im Wandel
In den letzten Jahren ist ein Trend zu beobachten: Immer mehr Menschen zieht es aus den Städten aufs Land. Das hat nicht nur mit der Sehnsucht nach mehr Natur zu tun, sondern auch mit der Suche nach einer besseren Lebensqualität. Der Regierungsbericht über ländliche Räume hebt hervor, dass kleine und mittlere Unternehmen fast die Hälfte der Bruttowertschöpfung in Deutschland erwirtschaften. Kieve, mit seinem Engagement für Klimaschutz und Gemeinschaftsprojekte, ist da keine Ausnahme.
Doch Herausforderungen bleiben. Der Fachkräftemangel, der demografische Wandel und die Gesundheitsversorgung sind Themen, die auch Kieve betreffen. Aber gerade hier, in dieser kleinen Gemeinde, zeigt sich, wie wichtig ehrenamtliches Engagement für den gesellschaftlichen Zusammenhalt ist. Die Bürgermeisterin und ihr Gemeinderat arbeiten hart daran, die Lebensbedingungen zu verbessern und Gleichwertigkeit zwischen städtischen und ländlichen Regionen zu fördern.
In Kieve wird das Leben, so scheint es, in vollen Zügen genossen – mit einem besonderen Blick auf die Zukunft. Vielleicht ist es gerade diese Mischung aus Tradition und Innovation, die Kieve zu einem Ort macht, an dem man gerne verweilt. Mit seinen lebendigen Geschichten und einer Gemeinschaft, die sich gegenseitig unterstützt, hat das Dorf viel mehr zu bieten, als man auf den ersten Blick denkt.