Stürmische Zeiten beim Hamburger SV – das lässt sich nicht leugnen. Am 17. März kam es zu einem aufschlussreichen Interview von Robert Glatzel mit der „Mopo“, das die Wogen hochschlagen ließ. Der Stürmer äußerte seinen Unmut über die fehlenden Einsätze, nachdem er vier Mal hintereinander nicht auf dem Platz stand. Das drückt nicht nur die Stimmung des Spielers, sondern auch dessen Selbstvertrauen. Trainer Merlin Polzin erfuhr von diesem Gespräch während seiner Heimfahrt und fühlte sich herausgefordert, die Hintergründe zu klären. Ein Gespräch mit Pressesprecher Philipp Langer war unvermeidlich.
Der Trainer hatte Glatzel bereits im Sommer mitgeteilt, dass er im neuen System nicht mehr die Hauptrolle spielt. „Das war nicht einfach“, erinnert sich Polzin. „Ich hatte das Gefühl, dass die Kommunikation zwischen uns gewachsen ist, aber das Interview hat alles auf den Kopf gestellt.“ Polzin versucht, die Probleme sachlich anzugehen, aber die Enttäuschung über die Situation ist spürbar. Gerade jetzt, wo es darum geht, das Team zusammenzuhalten, sind solche Vorfälle alles andere als hilfreich.
Ein zweiter Schock für Polzin
Die Situation um Glatzel wird noch durch einen weiteren Vorfall kompliziert. Jean-Luc Dompé, ein vielversprechender Spieler, wurde mit 1,34 Promille am Steuer erwischt. „Das ist nicht das, was ich von einem Profi erwarte“, sagt Polzin und die Enttäuschung über Dompés Verhalten ist deutlich zu hören. Er hatte dem Spieler viel Unterstützung gegeben, doch die Vorfälle setzen dem Verhältnis zwischen Trainer und Spieler stark zu. Dompé fuhr nach seinem Polizeieinsatz mit einem E-Scooter nach Hause – ein Bild, das für viele Fragen sorgt.
„Irgendwie muss ich das Gesamtgefüge im Blick haben“, meint Polzin. Nach einem Sieg am drittletzten Spieltag hat er die richtigen Worte für sein Team gefunden, um die internen Herausforderungen zu meistern. Aber wie geht es weiter? Die Zukunft von Glatzel und Dompé, die beide bis 2027 unter Vertrag stehen, bleibt ungewiss und die Fans sind besorgt. Geduld ist gefragt, aber wie lange kann man Geduld haben, wenn die kritischen Situationen sich häufen?
Neue Impulse für den HSV
Inmitten dieser Turbulenzen gibt es auch Lichtblicke. Frank Weiland, ein 33-jähriger Sportpsychologe, wird ab sofort die sportpsychologische Betreuung der Mannschaften von der U21 bis zur U16 übernehmen. Er hat bereits Kontakt zu einigen HSV-Nachwuchsspielern und könnte genau der Schlüssel sein, den das Team in diesen stürmischen Zeiten braucht. Weiland arbeitet auch am Gymnasium Heidberg als Vertrauensperson für Schüler und bringt damit wertvolle Erfahrung mit.
Die kommenden zwei Jahre könnte er eine wichtige Rolle in der Alexander-Otto-Akademie spielen, indem er Teams in sportpsychologischen Fragen unterstützt. Vielleicht ist das genau das, was der HSV jetzt braucht – jemanden, der frischen Wind in die Köpfe bringt. Und während die Fans auf Besserung hoffen, bleibt die Frage offen: Wie lange hält die Geduld der Anhänger noch an? Die Saison hat ihre Herausforderungen, und der HSV muss seinen Kurs finden, um wieder in ruhigere Gewässer zu segeln.