Heute ist der 10.06.2026 und in St. Pauli gibt es frischen Wind im Fußball. Der FC St. Pauli hat einen neuen Trainer – Marcel Rapp. Ein frischer Start nach dem bitteren Bundesliga-Abstieg. Rapps Mission? Den Verein in den „Top 25“ des deutschen Fußballs zu etablieren. Ein ambitioniertes Ziel, das bereits vor fünf Jahren, während der Corona-Zeit, ausgerufen wurde. Damals konnte noch niemand ahnen, wie steinig der Weg sein würde.

In den letzten zwei Jahren hat St. Pauli in der Zweiten Liga jeweils den fünften Platz belegt, was sie insgesamt auf Rang 23 bringt. Für die kommende Saison wird nun ein Platz unter den ersten sieben als neues Ziel ausgegeben. Es ist nicht zu unterschätzen, denn weniger als die Hälfte aller Mannschaften, die nach einem Bundesliga-Abstieg in die Zweite Liga gingen, haben es geschafft, sofort wieder aufzusteigen. Die Historie zeigt, dass dies für St. Pauli alles andere als einfach war.

Historische Rückblicke

<pSeit dem ersten Bundesliga-Abstieg in der Saison 1978/79 hat St. Pauli immer wieder mit Rückschlägen zu kämpfen gehabt. Nach dem ersten Abstieg spielte der Verein in der Zweiten Liga Nord und schaffte es, Platz sechs zu erreichen. Doch die Lizenz für den Profifußball blieb aus und man musste in die Amateuroberliga absteigen – ein schwerer Schlag. Der Abstieg von 1991/92 nach drei Jahren in der Bundesliga, wo sie in der Nord-Staffel den vierten Platz belegten, führte zu einem insgesamt enttäuschenden 27.-28. Platz. Und der Abstieg in die eingleisige Zweite Liga 1997/98 war ebenfalls ein harter Brocken, trotz des vierten Platzes unter Trainer Eckhard Krautzun, der nur Platz 22 im deutschen Fußball bedeutete.

<pDie Saison 2002/03 war dann eine der unglücklichsten. Unter Trainer Dietmar Demuth stieg der Verein als Siebzehnter in die Drittklassigkeit ab. Es dauerte bis zur Saison 2011/12, dass St. Pauli im ersten Zweitliga-Jahr unter André Schubert den vierten Platz erreichte, jedoch ließ der Wiederaufstieg 13 lange Jahre auf sich warten. Die Geschichte hat gezeigt, wie schwierig es ist, nach einem Abstieg sofort wieder in der Spitzengruppe der Zweiten Liga mitzumischen. Jetzt leitet Marcel Rapp den sechsten Anlauf des Kiezklubs nach einem Abstieg. Ein mutiger Schritt, der sowohl Hoffnung als auch Nervosität mit sich bringt.

Der Trainerwechsel

<pDie Entscheidung, sich von Cheftrainer Alexander Blessin zu trennen, kam nicht überraschend. Berichten aus Hamburger Medien zufolge konnte keine Einigung über die zukünftige Ausrichtung des Vereins nach dem Bundesliga-Abstieg erzielt werden. Sogar Blessins Wechsel nach St. Pauli war von Aufregung begleitet – zuvor war er von Union Saint-Gilloise zu den Kiezkickern gewechselt. In seiner ersten Saison schaffte er den Klassenerhalt, doch die darauffolgende Saison endete katastrophal. Zehn sieglose Spiele und eine Heimniederlage gegen den VfL Wolfsburg führten zu einem Abstieg als Tabellenschlusslicht.

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<pMarcel Rapp, zuvor Trainer von Holstein Kiel, wurde als neuer Hoffnungsträger auserkoren. Weitere Kandidaten, wie Christian Eichner, Horst Steffen und Mitch Kniat, waren ebenfalls im Gespräch, doch letztlich fiel die Wahl auf Rapp. Der Druck ist groß, aber vielleicht ist genau das die richtige Herausforderung für ihn. Die Herzen der Fans schlagen für ihren Verein, und jetzt bleibt nur zu hoffen, dass Rapp sie zurück auf den richtigen Kurs bringt.