In Hamburg brodelt es. Die Vorfreude auf die Olympischen Sommerspiele 2040 ist spürbar, aber auch die Sorgen um steigende Mieten und Wohnungsnot. Sportsenator Andy Grote (SPD) beruhigt die Gemüter und glaubt nicht an einen Anstieg der Mieten, selbst wenn die Spiele vor der Tür stehen. Er kontert die Bedenken der Linken, die sich auf wissenschaftliche Studien stützen, die einen Anstieg der Wohnkosten als wahrscheinlich ansehen. Grote hält dagegen und sagt, dass die Studien keinen Automatismus für Mietsteigerungen zeigen.
In der Tat, in vielen Städten, die Olympische Spiele ausgerichtet haben, wie Sydney oder London, stiegen die Mieten. Aber in Hamburg plant man keine großflächigen Aufwertungen oder Umbauten, die zu solchen Entwicklungen führen könnten. Die Vision, ein Olympisches Dorf in der Science City am Volkspark zu schaffen, soll sogar zusätzlichen, bezahlbaren Wohnraum für 8.000 Menschen bieten. Das klingt doch erst einmal nach einer positiven Entwicklung, oder?
Ein Blick in die Zukunft
Doch die Realität sieht etwas komplizierter aus. Heike Sudmann von der Linken äußert Bedenken, dass die Olympiavorbereitungen bestehende Wohnungsbaupläne gefährden könnten. Immerhin hat sich die Idee für das Olympische Dorf an der Trabrennbahn bereits seit zehn Jahren entwickelt. Der erste Abschnitt der Wohnungen soll bis 2036 fertig sein – pünktlich zu den Olympischen Spielen 2040. Gleichzeitig gibt es aber auch kritische Stimmen, die vor Verzögerungen warnen.
Der Mieterverein Hamburg schlägt Alarm und fordert Maßnahmen gegen Mietwucher. Schließlich leben bereits über 25 Prozent der Hamburgerinnen in Wohnarmut, und die aktuellen Angebotsmieten liegen bei satten 15,88 Euro je Quadratmeter. Da fragt man sich, wie das alles zusammenpassen soll. Während der Senat die Olympischen Spiele als Chance zur Verbesserung der Infrastruktur sieht, befürchten viele, dass die Spiele das Leben in Hamburg für viele unerschwinglicher machen könnten.
Die Abstimmmung naht
Am 31. Mai stimmen die Bürgerinnen und Bürger über die Bewerbung Hamburgs für die Olympischen Spiele ab. Über 60 Prozent der Bevölkerung unterstützen die Olympiabewerbung laut Umfragen. Doch wie lange werden diese positiven Stimmen anhalten, wenn die Mieten steigen? Ein kritischer Blick auf Städte, die bereits Olympische Spiele ausgerichtet haben, zeigt, dass die Mieten teils deutlich stiegen – das ist etwas, das nicht ignoriert werden kann.
Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages hat in einer Studie untersucht, dass es keinen zwingenden Zusammenhang zwischen Olympia und Mietsteigerungen gibt, aber dennoch Hinweise auf mögliche Preissteigerungen und soziale Ungleichheiten. Das lässt die Frage aufkommen: Wie wird Hamburg sich entwickeln? Werden wir ein weiteres Kapitel in der Geschichte der Olympischen Spiele schreiben, das vor allem die Mieterinnen in der Stadt betrifft? Ein bisschen wie ein Schachspiel – die Züge sind gemacht, aber die Auswirkungen sind noch nicht ganz klar.
Die kommenden Monate werden entscheidend sein, nicht nur für die Olympiabewerbung, sondern auch für den Wohnungsbau und die Mietpreise in Hamburg. Es bleibt spannend, ob die Stadt die Herausforderungen, die Olympia mit sich bringt, meistern kann, ohne ihre Bürger*innen im Regen stehen zu lassen.