Heute ist der 28. Mai 2026 und Hamburg steht vor einer wegweisenden Entscheidung. Am Sonntag wird die Stadt über ihre Bewerbung für die Olympischen Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 abstimmen. Das Besondere daran? Jugendliche ab 16 Jahren dürfen zum ersten Mal mitentscheiden, was die Stimmung unter den jungen Leuten natürlich zusätzlich anheizt. Der Wahlzettel fragt ganz klar: „Soll der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) Hamburg als Austragungsort vorschlagen?“ Ein einfaches „Ja“ oder „Nein“ wird hier gefragt.
In den letzten Wochen wurde dieses Thema ausgiebig diskutiert. An einem spannenden Tag vor vier Wochen fanden sich vier Klassen aus verschiedenen Hamburger Schulen im Rathaus ein, um mit Abgeordneten über die Bewerbung zu diskutieren. Rund 100 Schüler waren live im Kaisersaal dabei, während fast 1.800 Jugendliche per Livestream zusahen. Und das Ergebnis? Etwa 60 Prozent der Schüler waren nach der Diskussion für die Bewerbung. Themen wie Nachhaltigkeit, finanzielle Aspekte und die Auswirkungen auf Menschen ohne festen Wohnsitz standen dabei ganz oben auf der Agenda.
Eine lange Geschichte der Olympiabewerbungen
Es ist nicht das erste Mal, dass Hamburg sich um die Olympischen Spiele bewirbt. Der erste Anstoß kam bereits 1988 von Bürgermeister Henning Voscherau. 2014 beschloss der Senat, sich für die Spiele 2024 zu bewerben – ein Vorhaben, das jedoch 2015 in einem Bürgerschaftsreferendum mit 51,6 Prozent abgelehnt wurde. Ein zweites Referendum steht nun vor der Tür, und die Vorzeichen sind spannend. Die Bürgerinnen und Bürger dürfen erneut entscheiden, ob sie Hamburg als Austragungsort unterstützen wollen.
Im April 2026 gab es eine bedeutende Bürgerschaftsdebatte, in der SPD, Grüne und CDU die Bewerbung unterstützen – während Die Linke und die AfD sich klar dagegen aussprachen. Das NOlympia-Bündnis hat bereits Widerstand angekündigt und viele kritische Stimmen, insbesondere in Bezug auf finanzielle Risiken und die Klimaziele, sind zu hören. Doch trotz solcher Bedenken gibt es auch viel Unterstützung von Wirtschaftsverbänden und Sportorganisationen, die die Bewerbung befürworten.
Wichtige Details zum Referendum
Um das Referendum erfolgreich zu gestalten, müssen mehr „Ja“- als „Nein“-Stimmen abgegeben werden – und mindestens 20 Prozent der Wahlberechtigten müssen zustimmen. Um das Ziel von 262.609 „Ja“-Stimmen zu erreichen, wird eine hohe Wahlbeteiligung erwartet. Und die Vorbereitungen dafür sind bereits in vollem Gange: Abstimmungsbenachrichtigungen wurden Ende April verschickt, und die Stimmen werden am 31. Mai live ausgezählt. Die ersten Ergebnisse werden gegen 18:30 Uhr erwartet, und das amtliche Ergebnis soll spätestens am 25. Juni veröffentlicht werden.
Hamburg hat sich viel vorgenommen. Die Organisation und Durchführung der Spiele soll etwa 4,8 Milliarden Euro kosten, mit einem Investitionsbudget von rund 1,3 Milliarden Euro für langfristige Maßnahmen. Das Olympische Dorf soll in Altona entstehen und nach den Spielen als „Science City“ sowie Wohnraum genutzt werden. Ein großer Schritt in Richtung Nachhaltigkeit, so die Stadt. Und während der HSV plant, eine neue Arena zu bauen, die auch als Leichtathletik-Stadion genutzt werden könnte, wird es spannend zu beobachten, wie die Hamburger Bevölkerung zu all dem steht.
Jetzt bleibt nur noch abzuwarten, wie die Entscheidung am Sonntag ausgeht. Die Diskussionen sind angestoßen, die Meinungen sind vielfältig und die Begeisterung spürbar. Hamburg, die Hansestadt, könnte sich bald im internationalen Sportzirkus wiederfinden, doch die Bürger haben das letzte Wort. Es bleibt spannend!