Das Holthusenbad in Hamburg-Eppendorf, ein echtes Juwel unter den Schwimmbädern, wird ab Montag, dem 4. Mai 2026, für mindestens acht Monate seine Türen schließen. Die geplante Wiedereröffnung steht für Ende Januar 2027 im Raum. Vielleicht die letzte Gelegenheit, die historische Atmosphäre des Bades zu genießen, bevor es zur Baustelle wird! Denn die Sanierungsmaßnahmen, die anstehen, sind alles andere als klein. Da geht es nicht nur um ein paar frische Farbspritzer, sondern um essenzielle Erneuerungen, wie einen neuen barrierefreien Umkleide- und Sanitärraum, neue Toiletten und Fenster. Auch die Kuppeldecken haben es in sich: Schadstoffe wurden festgestellt, was die Arbeiten deutlich komplizierter macht.

Das Holthusenbad, 1914 von Fritz Schumacher entworfen, ist die einzige Badeanstalt in Hamburg mit einem Wellenbad. Und während der Schließzeit wird das dazugehörige Freibad ebenfalls nicht geöffnet. Ein echter Verlust für die Stadt, denn in Hamburg gibt es vorübergehend nur fünf beheizte Ganzjahresfreibäder. Immerhin hat das Naturbad Stadtparksee als erstes Freibad in der Region seine Pforten geöffnet. Die anderen Freibäder werden dann sicher je nach Wetterlage nachziehen. Das Bäderland hat es sich zudem zur Aufgabe gemacht, ein ständiges Auf und Ab beim Öffnen und Schließen zu vermeiden.

Schwimmen in der Stadt

Die Personalsituation in den Bädern hat sich im Vergleich zum Vorjahr entspannt. Mitarbeiter aus dem Holthusenbad werden umdisponiert, um in den anderen Bädern auszuhelfen. Das ist doch mal ein Lichtblick! Dennoch bleibt die Suche nach Fachkräften für die Sommersaison eine Herausforderung. In der Zwischenzeit müssen viele Schwimmkurse, die normalerweise im Holthusenbad stattfinden, nach Wandsbek verlagert werden. Das ist besonders wichtig, da rund die Hälfte der Grundschüler keine Erfahrung im Wasser hat. Das ist ein alarmierendes Signal! Gerade in Zeiten, in denen Schwimmenlernen für Kinder immer wichtiger wird, um sie sicher im Wasser zu machen.

Das Holthusenbad steht nicht allein in seiner Herausforderung. Auf einer öffentlichen Anhörung des Sportausschusses am 25. Januar 2023 wurde deutlich, dass Schwimmbäder in Deutschland mit einem Sanierungsstau, einem Fachkräftemangel und der Notwendigkeit zur CO2-Reduktion kämpfen. Die Corona- und Energiekrise hat ihre Spuren hinterlassen. Schwimmbäder waren während der Pandemie die ersten Einrichtungen, die schließen mussten, und die letzten, die wieder öffnen durften. Und jetzt? Der Investitionsbedarf ist enorm: 8,5 Milliarden Euro für Sportstätten insgesamt, wovon die Hälfte auf Schwimmbäder entfällt. Das sind keine kleinen Beträge, und die steigenden Baupreise machen die Situation nur noch komplizierter.

Der Blick in die Zukunft

Besonders besorgniserregend ist die Schwimmausbildung. Laut der DLRG sind viele Kinder aus sozial schwächeren Verhältnissen betroffen. 37 Prozent der Kinder haben kein Schwimmabzeichen – das ist beunruhigend. Es mangelt nicht nur an geeigneten Schwimmlernangeboten, sondern auch an qualifiziertem Personal, das die Ausbildung von Rettungsschwimmern und Schwimmlehrern gewährleistet. Ein Teufelskreis, der dringend durchbrochen werden muss, damit Kinder sicher schwimmen lernen können.

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Das Holthusenbad mag nun für eine Zeit stillstehen, aber die anstehenden Sanierungsmaßnahmen sind ein notwendiger Schritt in die Zukunft. Hoffen wir, dass die Arbeiten zügig voranschreiten, sodass die Eppendorfer bald wieder in die Wellen eintauchen können. Denn Schwimmen ist nicht nur ein Sport, sondern ein Stück Lebensqualität, das wir alle brauchen.