Heute ist der 7.05.2026 und in Eimsbüttel tut sich einiges – nicht nur, dass die Luft hier nach frisch gebackenem Brot und dem unverwechselbaren Duft von Blumen auf dem Wochenmarkt riecht. Ein besonders lebendiges Element in unserer Nachbarschaft ist das wöchentliche Treffen des „Plattdüütsch Krink“ im Kreativhaus. Hier wird nicht nur die plattdeutsche Sprache am Leben gehalten, sondern auch eine Menge Spaß und Gemeinschaft gepflegt. Es ist erfreulich zu sehen, wie die Traditionen in der modernen Welt ihren Platz finden.
Inmitten dieser kulturellen Vielfalt sticht Rolf Friedrich, ein wahrer Honig-Liebhaber, heraus. Seit 20 Jahren verkauft er mit viel Leidenschaft seinen köstlichen Honig auf dem Wochenmarkt in der Grundstraße. Ursprünglich aus Schneverdingen, hat er in Hamburg einen neuen Standplatz für seine Imkerei gefunden – und das nicht ohne Grund. Die Bienen hier in der Stadt erfreuen sich an einer reichhaltigen Nektarquelle, die den kleinen Tierchen das Leben leichter macht. Rolf erzählt, dass die Ernte in Hamburg fast dreimal so groß ist wie in seiner alten Heimat. Ein echtes Schlaraffenland für Bienen!
Die Kunst der Imkerei
Die Imkerei ist kein Zuckerschlecken – das weiß auch Rolf. Ein Blick auf die Bienenstöcke zeigt: Hier ist viel Wissen und Handwerk gefragt. Interessierte sollten sich einem Imkerverein anschließen und unbedingt einen Imkerkurs besuchen. Das ist nicht nur für den eigenen Honigvorrat wichtig, sondern auch für die Gesundheit der Bienen. Im Verein „Rechtes Alsterufer“ beispielsweise wird das Imkern gelehrt. Hier kommen Hobby-Imker und Naturfreunde zusammen, um Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam zu lernen. Die Ausbildung neuer Jungimker hat dabei höchste Priorität. Wer Interesse hat, sollte sich beeilen – ein neuer Grundkurs beginnt bereits im Februar!
Wenn man über die Imkerei spricht, kommt schnell das Thema „Bienenwohl“ auf. Die Bedingungen für die kleinen Insekten sind entscheidend. Es geht nicht nur um die Menge an Honig, sondern um das gesamte Wohlbefinden des Bienenvolks. Jeder Imker muss darauf achten, dass das Volk ausreichend Platz hat und die Völkeranzahl angemessen ist. Rolf und seine Kollegen legen großen Wert darauf, dass die Bienen nicht hungern – mindestens zwei Kilo Honigvorrat sollten immer zur Verfügung stehen, besonders in Schlechtwetterperioden. Wenn die Bienen nicht wollen, können auch die besten Imker nicht erzwingen, dass sie fleißig sammeln.
Ein Blick auf die Herausforderungen und die Freude
In der Stadt ist es oft ein Balanceakt zwischen Mensch und Natur. Regelmäßige Tests auf amerikanische Faulbrut und Maßnahmen gegen die gefürchtete Varroa-Milbe sind unerlässlich. Hierbei wird auf sanftes Schröpfen und gezieltes Drohnenschneiden gesetzt, um die Arzneimitteldosen so gering wie möglich zu halten. Die Imkerei ist ein ständiges Lernen – und das ist es, was Rolf so liebt. Die Freude am Honig, an der Natur und an den kleinen Erfolgen gibt ihm die Energie, und das spürt man, wenn er von seinen Bienen erzählt.
Gerade in diesen Tagen, in denen man in Hamburg die Busstreiks hinter sich gelassen hat, um sich auf die Olympiabewerbung zu konzentrieren, wird einem bewusst, wie wichtig es ist, die kleinen Freuden im Leben, wie den eigenen Honig, zu schätzen. Während die einen für bessere Arbeitsbedingungen kämpfen, sorgt Rolf für leckeren Honig und bewahrt eine wunderbare Tradition. Und während die Wolken über der Stadt ziehen und die Temperaturen auf 13 Grad fallen, bleibt der Duft von frischem Honig und blühenden Blumen in der Luft – ein kleiner Lichtblick inmitten des Trubels.