In Hamburg-Bergedorf tut sich was! Das Unternehmen Flower plant hier den Bau des größten innerstädtischen Batteriespeichers Deutschlands. 2028 soll das beeindruckende Projekt in Betrieb gehen und mit einer Leistung von 100 Megawatt sowie einer Speicherkapazität von satten 400 Megawattstunden aufwarten. John Diklev, der Gründer von Flower, spricht von einem bedeutenden Schritt zur Skalierung von Batteriespeichern in Deutschland. Das klingt vielversprechend, oder? Doch während die erneuerbaren Energien boomen, hinkt der Ausbau der Stromnetze hinterher. Diese Diskrepanz könnte schon bald zu Engpässen bei den Netzbetreibern führen.

Flower hat bereits 2023 eine Projektanfrage für den Speicher gestellt. Die Hamburger Energienetze gaben grünes Licht für den Anschluss – allerdings unter einer flexiblen Vereinbarung. Ein bisschen wie ein Spiel auf der Kante, denn die Stadtwerke warnen, dass der neue Batteriespeicher zunächst mehr Belastung als Nutzen bringen könnte. Aber hey, in Deutschland boomt es gerade bei Batteriespeichern! Ob kleine Heimspeicher oder große gewerbliche Lösungen, die Nachfrage ist riesig. Laut der RWTH Aachen University gibt es bereits mehrere Hunderttausend private Heimspeicher mit einer Gesamt-Speicherkapazität von 21,28 Gigawattstunden!

Ein Riese am Neuen Schleusengraben

Nun, kommen wir zurück zu unserem neuen Giganten. Der Speicher wird auf einer zwei Hektar großen Brachfläche am Neuen Schleusengraben stehen und besteht aus rund 80 Batterieblöcken – die Größe von Standardcontainern. Das ist mal eine Ansage! Tatsächlich wird dieser Speicher 80 Mal größer sein als Hamburgs bisher größter. Im Vergleich zu privaten Haus-Batteriespeichern von Photovoltaikanlagen ist er sogar rund 80.000-fach so groß. Unglaublich, oder? Aufgeladen wird der Speicher mit Strom aus erneuerbaren Energien, wenn diese reichlich zur Verfügung stehen. Und wenn die Produktion mal schwächelt – beispielsweise nachts oder bei Flaute – wird der gespeicherte Strom in das Netz eingespeist. So bleibt die Versorgung stabil.

Die Standortwahl in Bergedorf hat ihre Vorteile: Die Nähe zum Energie-Campus der HAW Hamburg und dem Innovationspark Bergedorf, der auf erneuerbare Energien fokussiert ist, ist ideal. Das Projekt wird von der städtischen Agentur Hamburg Invest als Erfolg für die Wirtschaftsförderung gewertet. Übrigens, Vattenfall plant ebenfalls, einen 100 Megawatt Batteriespeicher auf dem Gelände eines stillgelegten Atomkraftwerks in Geesthacht zu errichten. Da tut sich also einiges in der Region!

Ein Blick auf die Technik

Aber was macht diese Batteriespeicher eigentlich so besonders? Die Speicherung erfolgt durch elektrochemische Reaktionen – ganz schön clever! Es gibt verschiedene Speicherarten: Heimspeicher, Gewerbespeicher und Großbatteriespeicher. Ersteres sind oft die kleinen Anlagen, die in Verbindung mit Photovoltaikanlagen genutzt werden. Diese bieten selten einen systemischen Nutzen, ihr Fokus liegt auf Autarkie und Eigenverbrauch. Die größeren Speichersysteme hingegen, wie der in Bergedorf, sind entscheidend für die Stabilität des Stromnetzes.

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Die verwendeten Batterien sind meist Lithium-Ionen-Batterien, die aufgrund ihrer hohen Energiedichte und Effizienz weit verbreitet sind. Das Problem? Die Rohstoffgewinnung hat nicht nur ökologische, sondern auch menschenrechtliche Auswirkungen. Eine spannende Entwicklung sind Lithium-Eisen-Phosphat-Batterien, die kein Kobalt benötigen. Und auch die Natrium-Ionen-Batterien stehen in den Startlöchern – sie könnten den Lithiumbedarf in Zukunft verringern. Die Technik entwickelt sich ständig weiter, und das ist nicht nur für die Umwelt wichtig, sondern auch für die Wirtschaft.

Ein großes Ammoniak-Importterminal soll übrigens auf dem Gelände des Tanklagers Blumensand im Hamburger Hafen gebaut werden. Die Genehmigung dafür kam von der Umweltbehörde. Das zeigt, dass in Hamburg nicht nur an der Stromversorgung, sondern auch an der gesamten Energieinfrastruktur gearbeitet wird. Es bleibt spannend, wie sich die Dinge entwickeln werden!