In Altona, am Abend des 30. März, sorgte ein Wolf für Aufregung in der Einkaufsmeile Große Bergstraße. Ein Tier, das zunächst für einen verirrten Hund gehalten wurde, machte sich bemerkbar und verwirrte die Passanten. Eine 60-jährige Frau, die mit besten Absichten versuchte, dem Wolf zu helfen, wurde dabei ins Gesicht gebissen. Kein schöner Anblick, das kann ich Euch sagen. Der Wolf, offenbar verängstigt oder überfordert, flüchtete und wurde später am Jungfernstieg in der Binnenalster entdeckt und aus dem Wasser gerettet – eine wahre Odyssee! Ein Tierarzt kümmerte sich um das Tier, das vorübergehend im Wildpark Klövensteen untergebracht wurde.

Zeugen berichteten, dass das Jungtier zuvor mehrfach im Westen Hamburgs gesichtet wurde. Doch die Berichterstattung über den Vorfall ist nicht ganz eindeutig. Einige Medien spekulieren, dass es sich möglicherweise um einen Hieb mit einer Pfote und nicht um einen „echten“ Biss handelte. Man fragt sich, was da wirklich passiert ist. Experten, darunter eine Tierpflegerin und ein Wolfsaktivist, äußern unterschiedliche Meinungen zu dem Vorfall. Während die Naturschutzinitiative Niedersachsen und Hamburg die Auswilderung des Wolfes fordert, sieht die Umweltbehörde Hamburg, vertreten durch Alexander Fricke, Hinweise auf einen Biss – jedoch ohne neue Informationen.

Eine Präzedenzsituation

Die betroffene Frau wurde ambulant im Universitätsklinikum Eppendorf behandelt, hat aber die Klinik nach der Behandlung wieder verlassen. Umweltsenatorin Katharina Fegebank bezeichnete den Vorfall als „Präzedenzfall“. So etwas gab es in Deutschland bisher nicht – eine Mensch-Wolf-Begegnung dieser Art! Raoul Reding, Wolfsbeauftragter der Landesjägerschaft Niedersachsen, erklärte, dass Wolfsrudel in Stadtnähe existieren, aber nicht zwingend eine Gefahr darstellen. Er vermutet, dass der junge Wolf sich verirrt hatte und unter Stress stand. Wölfe, so wissen wir, haben in der Regel kein Interesse an Menschen. Sie sind keine Bedrohung, es sei denn, sie fühlen sich in die Enge getrieben oder bedrängt.

Bei einer Begegnung mit einem Wolf ist es wichtig, Ruhe zu bewahren. Wölfe ziehen sich normalerweise zurück, anstatt panisch zu flüchten. Sie sind vorsichtige Tiere, die den Kontakt mit Menschen vermeiden. Und was wäre ein guter Ratschlag? Auf sich aufmerksam machen, langsam zurückziehen und Abstand halten! Füttern oder anlocken sollte man sie auf keinen Fall. Die meisten wissen das – aber manchmal, aus purer Neugier oder Mitgefühl, wird diese Regel ignoriert. Das ist vielleicht menschlich, aber nicht ratsam.

Wölfe in Deutschland – Eine Rückkehr

Die Rückkehr der Wölfe nach Deutschland ist eine Geschichte für sich. Rund 150 Jahre waren sie ausgerottet, und die ersten Wolfswelpen wurden erst 2000 in Freiheit geboren. Heute erobern sich die Wölfe langsam ihre alten Lebensräume zurück. In Deutschland gibt es mittlerweile 219 Wolfsrudel, 43 Paare und 14 sesshafte Einzeltiere. Das ist ein beeindruckender Aufstieg! Aber, wie immer im Leben, gibt es Schattenseiten. Jährlich sterben Wölfe durch Verkehrsunfälle oder illegale Tötungen. Es gibt Gebiete, in denen Wölfe aufgrund von zu wenig Wild oder zu vielen Straßen wahrscheinlich nie wieder heimisch werden. Aber das Bild, das wir von ihnen haben, ist oft verzerrt.

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In den letzten 20 Jahren gab es in Deutschland keinen Übergriff auf Menschen – ein gutes Zeichen. Die Wölfe, so stellt sich heraus, sind nicht die Bestien, als die sie oft dargestellt werden. Sie stellen keine größere Gefahr dar als andere Wildtiere oder unangeleinte Hunde. Komischerweise bleiben sie in der Nähe menschlicher Siedlungen, was nicht bedeutet, dass sie Menschen als Nahrung betrachten. Tatsächlich wird Deutschland wohl nicht flächendeckend, sondern eher in einem Flickenteppich von Wölfen besiedelt sein. Es bleibt also spannend, wie sich die Situation in Altona und anderswo weiterentwickeln wird.