In Altona sorgte ein Wolf Ende März für Aufregung, als er eine 60 Jahre alte Frau verletzte, bevor er in die Binnenalster sprang und von der Polizei eingefangen wurde. Drei Wochen nach diesem Vorfall hat sich das Jungtier nun viele Kilometer in südliche Richtung bewegt. Die Hamburger Umweltbehörde berichtet, dass der Wolf mittlerweile mehr als 100 Kilometer von der Stadtgrenze entfernt ist und vermutlich in der Lüneburger Heide verweilt.

Nach seiner vorübergehenden Unterbringung in einer Wildtierauffangstation in der Fischbeker Heide wurde der Wolf am Ostersonntag wieder in Freiheit gesetzt. Mit einem Sender ausgestattet, können die Behörden in Hamburg und Niedersachsen seinen Standort länderübergreifend verfolgen. So wird nicht nur der Weg des Tieres dokumentiert, sondern auch sein Verhalten, das bis jetzt arttypisch und unauffällig ist.

Ein Wolf auf Wanderschaft

Der Wolf hat sich seit seiner Auswilderung, die von Hamburgs Umweltsenatorin Katharina Fegebank als „Auswilderung auf Bewährung“ beschrieben wurde, etwa 100 Kilometer Richtung Süden bewegt. Diese Wanderung wurde von der Hamburger Umweltbehörde bestätigt, jedoch werden genaue Standortangaben aus Tierschutzgründen nicht veröffentlicht. Auch die rechtlichen Rahmenbedingungen spielen eine Rolle: Eine dauerhafte Unterbringung in einer Wildtierstation oder eine Tötung des Tieres waren rechtlich nicht möglich.

Obwohl der Wolf nach wie vor als potenzielles Risiko betrachtet wird, da er bei erneutem Fehlverhalten mit Farbkugeln aus Paintball-Pistolen vergrämt oder als letztes Mittel getötet werden könnte, zeigt er sich bislang in seinem natürlichen Verhalten. Im Rahmen des Projekts „Life Wild Wolf“ wird das Tier weiterhin überwacht, und es gibt bereits andere Wölfe in Niedersachsen, die ebenfalls mit satellitengestützten Halsbandsendern ausgestattet sind.

Ein historischer Vorfall

Der Biss des Wolfs in Altona markierte den ersten Angriff eines Wolfs auf einen Menschen in Deutschland seit der Wiederansiedlung der Tiere im Jahr 1998. Dies zeigt, dass die Rückkehr der Wölfe in unsere Wälder und Felder nicht ohne Herausforderungen ist. Während viele Menschen die Rückkehr der Wölfe begrüßen, gibt es bei anderen Bedenken hinsichtlich der Sicherheit und der Koexistenz von Mensch und Tier.

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In der Natur können Wölfe am Tag bis zu 30 bis 50 Kilometer zurücklegen. Mit dieser Wanderung hat der Wolf aus Hamburg eindrucksvoll bewiesen, dass er ein Teil der natürlichen Wildnis ist, die sich in den letzten Jahren in Deutschland zunehmend erholt hat. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiterentwickeln wird und ob der Wolf in seiner neuen Heimat Ruhe finden kann.