In Hamburg werden die Sommerferien in diesem Jahr (18. Juli bis 15. August) für viele Reisende zu einer echten Herausforderung, denn der Bahnverkehr wird stark beeinträchtigt. Fern- und Regionalzüge fallen aus, oder sie fahren an ganz anderen Bahnhöfen ab. Wer also plant, in die Hauptstadt oder nach Süddeutschland zu reisen, sollte sich auf einige Überraschungen gefasst machen. Und nicht nur das: Auch die S-Bahn wird teils umgeleitet. Das alles hat einen klaren Grund: Der Einbau der neuen Sternbrücke sowie zwei weiterer Brücken zwischen Altona und Sternschanze steht an.
Am Bahnhof Dammtor und in Altona wird es besonders eng, denn hier fahren während der Bauarbeiten keine Fernverkehrszüge. Am Hamburger Hauptbahnhof entfallen zahlreiche Fahrten, vor allem in Richtung Berlin und Süddeutschland. Einige Züge können den Hauptbahnhof sogar nicht anfahren und müssen über Pinneberg, Bergedorf und Harburg ausweichen. Ein Beispiel gefällig? Der ICE aus Rostock hält künftig in Bergedorf, nicht mehr am Hauptbahnhof. Das klingt schon fast nach einem Abenteuer, oder?
Umleitungen und Ersatzverkehr
Für Pendler und Reisende, die auf die S-Bahn angewiesen sind, wird es noch komplizierter, denn zwischen Sternschanze und Altona fahren vom 17. Juli bis 13. August keine S-Bahnen mehr. Die S-Bahn Hamburg hat jedoch vorgesorgt und richtet einen Ersatzverkehr mit Bussen ein. Die betroffenen S-Bahn-Linien sind die S2, S5 und S7 – und wer in dieser Zeit unterwegs ist, sollte sich auf längere Fahrzeiten einstellen.
Doch nicht nur in Hamburg selbst gibt es Einschränkungen. Auch in Schleswig-Holstein haben die Bahnhöfe Kiel und Neumünster mit den Auswirkungen der Bauarbeiten zu kämpfen. Zwischen Kiel und Hamburg verkehren während der Bauarbeiten nur zwei von acht Zugpaaren. Halte entfallen an Itzehoe, Heide, Husum, Niebüll und Westerland. Reisende, die von Kiel, Flensburg oder Sylt kommen, müssen demnach umsteigen. Die Regionalzüge zwischen Hamburg und Kiel sowie Hamburg und Westerland müssen mehrheitlich in Pinneberg wenden – und auch hier sind ganztägige Ausfälle angekündigt.
Ein Blick in die Zukunft
Die Arbeiten sind nicht nur eine kurzfristige Maßnahme, sondern auch Teil eines größeren Projekts. Der neue Fernbahnhof in Altona wird rund zwei Kilometer nördlich an der S-Bahnstation Diebsteich gebaut und soll Ende 2029 in Betrieb gehen. Hamburgs Verkehrssenator Anjes Tjarks bittet um Verständnis für die Einschränkungen während dieser Bauphase. Ursprünglich war geplant, die Strecke bereits am 1. Mai wieder freizugeben, doch die Realität sieht anders aus.
Die Bauarbeiten beschränken sich nicht nur auf die Verbindungsbahn zwischen Hauptbahnhof und Altona. Auch zwischen Hamburg und Hannover wird gearbeitet, und es stehen weitere Projekte wie Eisenbahnüberführungen an der Holstenstraße und Schanzenstraße auf dem Plan. Während die Züge durch diese Umleitungen und Ausfälle ausgebremst werden, bleibt zu hoffen, dass die neuen Entwicklungen die Situation langfristig verbessern werden.
Für alle Reisenden und Pendler in Hamburg heißt es also: Augen offen halten, Pläne anpassen und vielleicht auch mal auf den Bus umsteigen. Es wird eine herausfordernde Zeit, aber vielleicht gibt es ja auch die ein oder andere unerwartete Entdeckung auf dem Weg.