In Hamburg brodelt es: Der geplante Umzug des Bahnhofs Altona sorgt für lebhafte Diskussionen unter den Anwohnern und Behörden. Der Senat hat kürzlich die Ergebnisse eines Ideenwettbewerbs vorgestellt, der die Zukunft des alten Kopfbahnhofs in den Fokus rückt. Der neue Fernbahnhof am Diebsteich soll Ende 2029 eröffnet werden, was einige Bürger, insbesondere den Verein Prellbock Altona, skeptisch stimmt. Sie fordern dringend eine Modernisierung des derzeitigen Busbahnhofs, der täglich von 47.800 Fahrgästen genutzt wird und nur über einen schmalen Doppelsteig mit begrenzten Kapazitäten verfügt.

Der Ideenwettbewerb, der im Auftrag von Hamburgs Finanzbehörde stattfand, brachte zwei vielversprechende Entwürfe hervor. Der Siegerentwurf von „CF Möller und Vogt Landschaft“ sieht den Abriss des Bahnhofsgebäudes von 1979 vor, um eine durchgehende Grünachse vom Rathaus Altona bis zum neuen Standort am Diebsteich zu schaffen. Im Gegensatz dazu schlägt der zweitplatzierte Entwurf von „Noto und Studio Erde“ vor, das bestehende Gebäude zu erhalten und in ein „Stadthaus“ umzuwandeln, um Platz für eine Parkanlage und sichtbare Schienenreste zu schaffen.

Bürgerbeteiligung und Kritik

Die Bürgerbeteiligung an diesem Projekt wurde von Prellbock Altona als unzureichend kritisiert. Der Verein hat sogar eine eigene Gegenstudie präsentiert, die sich für den Ausbau des Busbahnhofs starkmacht. Auch der CDU-Fraktionsführer Sven Hielscher äußerte sich pro Umzug des Bahnhofs und forderte den Abriss des Kopfgebäudes. Die Jury des Wettbewerbs lehnte zudem den Vorschlag ab, den Busbahnhof unter die Erde zu verlegen, was auf Bedenken hinsichtlich der praktischen Umsetzbarkeit hindeutet.

Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) sieht in dem Projekt eine Jahrhundertchance für Altona und betont, dass die Konzepte um mindestens 400 Wohn­einheiten im Zentrum ergänzt werden müssen. Oberbaudirektor Franz-Josef Höing lobt die Entwürfe als gut proportionierte Stadt- und Grünräume, die das Stadtbild Altonas nachhaltig verändern könnten.

Ein Blick in die Zukunft

Die Bauarbeiten sollen voraussichtlich in den frühen 2030er-Jahren beginnen, während der Bahnhof Hamburg-Altona als zweitgrößter Fernverkehrsbahnhof der Stadt nach dem Hauptbahnhof weiterhin eine zentrale Rolle im Verkehrsnetz spielt. Fernzüge fahren auch ab Hamburg-Dammtor und Hamburg-Harburg, sodass die Verlagerung des Bahnhofs eine bedeutende Umstrukturierung im öffentlichen Nahverkehr nach sich ziehen wird.

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Auf dem Areal des bisherigen Bahnhofs werden Zehntausende Quadratmeter frei, die Potenzial für neue Wohn- und Grünflächen bieten. Zusätzlich könnten auf der frei werdenden Fläche zwei zusätzliche Bussteige sowie Fuß- und Radwege entstehen, was die Erreichbarkeit für alle Verkehrsteilnehmer verbessern würde. Die Diskussion um den Bahnhof Altona zeigt, wie wichtig die Bürgerbeteiligung in der Stadtplanung ist und wie sehr die Meinungen in der Bevölkerung auseinandergehen können.