Heute ist der 20.05.2026, und in Norddeutschland gibt es ein Thema, das viele Landwirte in Atem hält: das Erdmandelgras. Diese Pflanze, die sich in den letzten Jahren rasant ausgebreitet hat, ist nicht nur ein schleichender Störenfried, sondern stellt eine ernsthafte Herausforderung für den Ackerbau dar. Von 10.000-12.000 Hektar im Jahr 2021 hat sich die betroffene Fläche auf über 200.000 Hektar ausgeweitet – ein alarmierender Zustand, vor allem in Niedersachsen. Konrad Westphale, der Vorsitzende des Ausschusses für pflanzliche Erzeugnisse im Landvolk Niedersachsen, warnt eindringlich vor den möglichen Folgen dieser Ausbreitung.

Das Erdmandelgras (Cyperus esculentus) ist eine invasive C4-Pflanze, die sich besonders gut anpasst und schwer zu bekämpfen ist. Es vermehrt sich vegetativ über unterirdische Knöllchen, auch Erdmandeln genannt, und Rhizome. Eine einzige Pflanze kann sich dabei im Verhältnis von bis zu 1:700 vermehren! Und das ist noch nicht alles: Diese Knöllchen sind jahrzehntelang keimfähig und überstehen Frost bis minus 15 Grad. Das ist, als würde man einen ungebetenen Gast einladen, der sich nicht wieder verdrücken lassen will. Die Verschleppung erfolgt oft unbemerkt – über Maschinen, Erntegut oder Bodenverlagerungen. Ein echter Albtraum für jeden Landwirt!

Die Auswirkungen auf den Ackerbau

Die betroffenen Kulturen, wie Mais, Zuckerrüben und Kartoffeln, kämpfen um Wasser, Licht und Nährstoffe, während das Erdmandelgras unermüdlich wächst. Es erreicht Höhen von bis zu einem Meter und führt zu erheblichen Ertragsverlusten und langfristiger Unbrauchbarkeit der Flächen. Die Erkennungsmerkmale sind relativ einfach: hellgrüne, V-förmige Blätter, ein dreikantiger, knotenloser Stängel und die braunen Knöllchen, die sich in 10-15 cm Tiefe verstecken. Wer genau hinschaut, kann sie vielleicht entdecken, bevor es zu spät ist.

Die Bekämpfung dieser Pflanze gestaltet sich als äußerst schwierig. Pflanzenschutzmittel zeigen kaum Wirkung, und die nachhaltige Bekämpfung erfordert ein langfristiges Management. Landwirte sind aufgerufen, erste Nester mechanisch zu entfernen, regelmäßige Feldkontrollen durchzuführen und Befallsnester sofort zu beseitigen. Eine saubere Maschinenhygiene ist das A und O, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Der Appell an die Landwirte ist klar: Saubere Maschinen und konsequente Feldhygiene sind die wirksamsten Präventionsmaßnahmen.

Verbreitung und Bekämpfung

Und als ob das nicht genug wäre, breitet sich das Erdmandelgras auch in Nordrhein-Westfalen aus! Es stellt eine Bedrohung für die Landwirtschaft dar und macht Ackerflächen unbrauchbar. Die Pflanze hat ihren Ursprung in Ostafrika und ist mittlerweile weltweit verbreitet. Die Standortansprüche sind äußerst flexibel: Sie gedeiht auf fast allen Böden, egal ob Staunässe oder Trockenheit, sie findet immer einen Weg, sich durchzusetzen.

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Die Bekämpfungsmöglichkeiten sind vielfältig, aber nicht immer effektiv. Mechanische Verfahren, wie flaches Fräsen oder Hacken, können helfen, jedoch ist eine Schwarzbrache über 2-5 Jahre oft notwendig, um die Pflanze in den Griff zu bekommen. Thermische Methoden, wie die Bodenerhitzung, könnten ebenfalls eine Option sein. Leider zeigt die chemische Bekämpfung kaum Erfolg, da kein Herbizid die Mandeln vollständig erreicht.

Die Landwirtschaftskammer NRW bietet Unterstützung durch Beratung, Schulungen und Informationsmaterialien. Es ist wichtig, dass Landwirte die Befallsflächen im Auge behalten und eine Dokumentation führen, um das Vorgehen zu optimieren. Wer sich nicht rechtzeitig kümmert, könnte bald die bittere Erfahrung machen, dass der eigene Acker zu einem unfruchtbaren Stück Land wird.