Am Mittwoch, den 18. Juni, findet im Müritzeum in Waren ein besonders spannender Vortrag statt. Der Referent Thomas Fitzke, ehemaliger Leiter des Kreidemuseums auf Rügen, wird über die faszinierende Entstehung der Rügener Schreibkreide berichten. Laut Nordkurier beginnt die Veranstaltung um 18.30 Uhr und wirft einen Blick auf die Hintergründe des „weißen Goldes“, das vor rund 70 Millionen Jahren in der Oberkreide entstand.

Besonderen Fokus legt Fitzke auf die geologischen Begebenheiten, die zur Bildung der Rügener Kreide führten. In der Zeit der Oberkreide war Mitteleuropa von einem Flachmeer bedeckt, das ein tropisches Klima aufwies. Während sich Kreide bildete, lagerten sich in der Sedimentation zahlreiche fossile Überreste ab, wie Coccolithen und weitere Kleinfossilien. Ein weiteres Thema wird der industrielle Abbau der Kreide sein, der bereits seit mehr als zwei Jahrhunderten betrieben wird und im 19. Jahrhundert maßgeblich von Friedrich von Hagenow geprägt wurde, wie auf Wikipedia vermerkt ist.

Die Rolle der Rügener Kreide

Die Rügener Kreide ist nicht nur wegen ihrer hohen Qualität geschätzt, sondern auch aufgrund der vielfältigen Anwendungen, die sie bietet. Diese feinkörnige, hochporöse Kalksteinformation beinhaltet über 97% Calciumcarbonat und ist bekannt für ihre Verwendung in der Zementherstellung, für Düngekalk und sogar in der Rauchgasentschwefelung. Sie wird auch in der Wellnessbranche als Heilkreide angeboten, wie die Wikipedia berichtet.

Besonders anschaulich wird der Abbau der Kreide beschrieben: Beginnend um 1720, wurde er im Laufe der Zeit immer mehr industrialisiert. Um 1928 wurden bereits 500.000 Tonnen Rohkreide verladen, und auch nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die Kreideförderung wieder Fahrt auf. Bis zum Jahr 2009 wurden neue Abbaufelder erschlossen, sodass bis 2117 noch 35 Millionen Tonnen abbaubar sind. Dies spricht für die anhaltende Bedeutung der Rügener Kreide, die auch in der geologischen Forschung von großer Relevanz ist.

Fossilien und Landschaftsgeschichte

Ein weiterer spannender Aspekt des Vortrags wird die faszinierende Welt der Kreidefossilien sein. Die Schreibkreide von Rügen ist nicht nur ein geologisches Highlight, sondern bietet auch eine reiche Palette an Fossilien, die von Seeigeln über Schwämme bis hin zu Ammoniten reichen. Diese Funde sind nicht nur für Wissenschaftler interessant, sondern auch für einen breiten Kreis an Naturfreunden und Sammlern.

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Die geologischen Schichten, die die Kreidefelsen auf Rügen bilden, sind durch komplexe tektonische Vorgänge geformt worden und bieten eine eindrucksvolle Kulisse. Die Erosion der Steilküste, die jährlich um etwa 30 cm zunimmt, sorgt dafür, dass immer wieder neue Fossilien an die Oberfläche kommen und den Besuchern ein lebendiges Bild der Erdgeschichte vermitteln.

Für alle, die mehr über Rügens „weißes Gold“ erfahren möchten, bietet der Vortrag von Thomas Fitzke eine einzigartige Gelegenheit, die natürlichen und anthropogen überprägten Landschaftsgeschichten zu entdecken. Der Eintritt ist kostenfrei, jedoch werden Spenden erbeten, um zukünftige Veranstaltungen zu unterstützen.