Die Asiatische Tigermücke: Ein ungebetener Sommergast auf dem Vormarsch in Norddeutschland
Heute ist der 13.06.2026 und während wir hier in Norddeutschland die warmen Sonnenstrahlen genießen, gibt es Neuigkeiten aus der Welt der Insekten, die uns die Freude am Sommer ein wenig vermiesen könnten. Ja, genau – die Asiatische Tigermücke ist auf dem Weg zu uns. Ursprünglich aus dem asiatisch-pazifischen Raum stammend, hat sich diese kleine Blutsaugerin in Deutschland bereits gut etabliert. Experten zufolge erwartet man bald auch in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern die ersten Vorkommen. Das klingt ja fast wie ein schauriges Märchen, oder?
Die Tigermücke, bekannt für ihre schwarz-weißen Streifen und eine Größe von etwa 0,5 bis 1 cm, kommt über Lastwagen und Autos von Urlaubern zu uns. Biologe Helge Kampen vom Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) in Greifswald ist sich sicher, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis diese gefräßigen Mücken auch Norddeutschland erreichen. Bisher sind sie hauptsächlich im Südwesten Deutschlands gesichtet worden, aber Berlin hat bereits die nördlichsten Populationen – und das ist erst der Anfang.
Brutstätten in unserer Nachbarschaft
Die Tigermücke ist nicht wählerisch, wenn es um Brutstätten geht. Stehendes Wasser ist ihr Lebenselixier – ob in Vogeltränken, Blumenuntersetzern oder gar in Sandförmchen. Hier legen die Weibchen ihre Eier ab, die nach etwa 12 bis 14 Tagen bei Temperaturen um die 25 Grad schlüpfen. Wenn das nicht nach einer perfekten Sommerparty klingt! Aber, und das ist das Gruselige: Diese Mücken können Krankheiten wie Dengue-, Zika- und Chikungunya-Viren übertragen. Bislang gibt es in Deutschland keine dokumentierten Fälle, in denen eine Tigermücke tatsächlich eine Krankheit übertragen hat, aber Experten warnen, dass das aufgrund des Klimawandels nur eine Frage der Zeit sei. Die ersten Tigermücken sind normalerweise ab Mai aktiv, doch in diesem Jahr gab es bereits im Februar eine Sichtung in Bonn. Wer hätte das gedacht?
Das macht einen schon ein bisschen nachdenklich. Auch die heimischen Mücken, wie die Culex-Mücke, sind nicht ohne. Diese können ebenfalls Krankheiten wie das West-Nil-Virus übertragen. In Hamburg wurden schon Nachweise bei Vögeln und Pferden festgestellt – beim Menschen ist bisher jedoch alles ruhig. Aber mit dem Klimawandel könnte sich das ändern. Der Projekt „Vektorpotential einheimischer Stechmücken“ untersucht das Übertragungsrisiko von Chikungunya- und Zika-Viren und zeigt, dass sowohl exotische als auch einheimische Stechmücken als Überträger in Betracht gezogen werden müssen.
Was kann man tun?
Die gute Nachricht ist, dass es Schutzmaßnahmen gegen Mückenstiche gibt. Langärmelige, helle Kleidung, Mückenspray und Moskitonetze können helfen, uns vor den ungebetenen Gästen zu schützen. Die Verantwortung liegt nicht nur bei den Behörden, auch wir als Bevölkerung können aktiv mithelfen, indem wir Brutstätten vermeiden. Das klingt vielleicht ein bisschen mühsam, aber es lohnt sich! Schließlich wollen wir unseren Sommer in vollen Zügen genießen, ohne ständig mit dem Handrücken nach dem nächsten Mückenstich zu fangen.
Die Asiatische Tigermücke mag zwar ein unangenehmer Zeitgenosse sein, aber mit ein wenig Aufmerksamkeit und den richtigen Maßnahmen kann man sich durchaus wappnen. Also, bleibt wachsam und genießt die warmen Tage im Norden – vielleicht mit einem kühlen Getränk in der Hand. Oder einem gut platzierten Insektenschutzmittel zur Sicherheit!
