In Niedersachsen und Bremen grassiert aktuell die Hasenpest, medizinisch bekannt als Tularämie. Diese hochansteckende Krankheit stellt eine ernsthafte Gefahr für Menschen und Tiere dar. Insbesondere Feldhasen und Nagetiere sind von dem Erreger, Francisella tularensis, betroffen, doch auch Haustiere können sich infizieren. Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung ist bislang nicht bekannt, jedoch ist die Ansteckungsgefahr über verschiedene Wege hoch.

Die Ansteckung erfolgt vor allem durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren, den Verzehr von kontaminiertem Fleisch oder Wasser sowie durch Insektenstiche oder das Einatmen von Staub, der den Erreger enthält. Besonders gefährdete Gruppen sind Jäger, Waldarbeiter und Hundebesitzer, die häufig in Kontakt mit Wildtieren kommen. Im Jahr 2025 wurden bundesweit 224 Infektionen bei Menschen registriert, davon 6 in Niedersachsen und Bremen. Bis zum 21. April 2026 sind bereits 33 Tularämie-Fälle bei Menschen bekannt, darunter 3 in der genannten Region.

Symptome und Verlauf der Erkrankung

Bei Menschen äußert sich die Erkrankung durch grippeähnliche Symptome wie hohes Fieber, geschwollene Lymphknoten, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Magen-Darm-Beschwerden. In schweren Fällen können schlecht heilende Geschwüre auftreten, und ohne Behandlung kann die Infektion sogar lebensbedrohlich sein. Die Inkubationszeit beträgt in der Regel 3 bis 5 Tage, kann aber bis zu 14 Tage andauern. Bei Tieren zeigt die Tularämie Symptome wie Apathie, Fieber und Hautveränderungen, die oft tödlich enden.

Die Übertragungswege sind vielfältig. Neben dem Kontakt mit infektiösem Tiermaterial können auch Stechinsekten und Zecken als Überträger fungieren. Bereits eine sehr geringe Infektionsdosis von nur zehn Bakterien genügt, um eine Erkrankung auszulösen. Daher ist es wichtig, in Endemiegebieten Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, wie das Tragen von Atemschutzmasken und Handschuhen beim Kontakt mit Wildtieren.

Präventive Maßnahmen und aktuelle Situation

Um das Risiko einer Tularämie-Infektion zu minimieren, sollten Wildtiere gemieden werden, insbesondere in Gebieten mit bekanntem Vorkommen des Erregers. Wildfleisch sollte gründlich durchgegart werden, und Haustiere sollten von Wildtierkadavern ferngehalten werden. In Niedersachsen wurden 2025 insgesamt 295 Feldhasen untersucht, von denen 43 infiziert waren. Im Jahr 2026 wurden bereits vier infizierte Feldhasen bei 23 Untersuchungen nachgewiesen. Diese Zahlen spiegeln jedoch nicht die tatsächliche Verbreitung in der Wildtierpopulation wider.

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Das Robert Koch-Institut (RKI) bietet auf seiner Website umfassende Informationen zu Tularämie an und stellt Ratgeber für Fachkreise zur Verfügung. Diese Ressourcen sind nicht nur für Ärzte und medizinisches Fachpersonal von Bedeutung, sondern auch für den Öffentlichen Gesundheitsdienst, um die Bevölkerung über die Risiken und Präventionsmaßnahmen aufzuklären. Tularämie ist eine Zoonose, die in Europa und Nordamerika verbreitet ist, und die Fallzahlen in Deutschland steigen seit 2020 stetig an.

Die Situation erfordert Wachsamkeit und Vorsicht. Die Tularämie wird durch einen gramnegativen Bakterium verursacht, und die verschiedenen Subspezies des Erregers zeigen unterschiedliche Virulenzgrade. Daher ist es wichtig, bei Verdacht auf eine Infektion umgehend einen Arzt aufzusuchen, um rechtzeitig behandelt werden zu können.