In Bremen sind sie wieder zurück: die majestätischen Weißstörche! Mit insgesamt 30 Paaren haben sie sich entlang der Stromer Landstraße niedergelassen. Man kann förmlich die Aufregung in der Luft spüren, wenn die Störche ihre Nester bauen, als wären sie die Stars der Stadt. Helmut Schulenberg aus Seehausen, ein echter Storchenfreund, hat sogar eine Nisthilfe für die gefiederten Gäste errichtet. In seinen Gedanken schwirrt die Erinnerung an Fridolin – einen Storch aus seiner Kindheit, der es gewagt hat, im Winter zu bleiben. Auch heute hat Helmut seine zwei Schützlinge, Frida und Fridolin, die ihm viel Freude bereiten. Doch das Schicksal hat seine eigenen Pläne: Vor zwei Wochen wurde Frida von einem fremden Storch vom Nest gejagt, was die Hoffnung auf Nachwuchs in diesem Jahr zunichte machte.
Die Rückkehr der Störche ist nicht nur ein persönliches Erlebnis für Schulenberg, sondern auch ein Zeichen für die positive Entwicklung der Weißstorchpopulation in Bremen. Vor 35 Jahren war diese Art fast verschwunden. Nur ein Paar hatte damals an der Stromer Landstraße genistet. Heute berichtet Ornithologin Karin Menke von 30 Paaren, wobei sich 20 davon im Raum Brokhuchting/Niedervieland befinden. Diese Störche benötigen vernässte Wiesen, Gräben und Felder, um sich zu ernähren. Ihre Speisekarte reicht von Fröschen über Aas bis hin zu Insekten – die Gourmetküche der Natur, könnte man sagen!
Ein Blick auf den Bestand in Niedersachsen und Bremen
Übrigens, die guten Nachrichten hören hier nicht auf! Der Bestand der Weißstörche in Niedersachsen und Bremen ist um 10% gewachsen. Die LAG Weißstorchschutz schätzt die Zahl der Brutpaare auf etwa 2.350 bis 2.400. Das sind Zahlen, die einen erfreuen! Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich ein deutlicher Anstieg, wobei die höchsten Bestände in Cuxhaven, Wesermarsch, Verden und der Region Hannover zu finden sind. Sogar in ehemals verwaisten Gebieten, wie Ostfriesland und Emden, erleben die Störche eine Rückbesiedlung. Die östlichen Landesteile wachsen ebenfalls weiter.
Jens Bardenhagen, Sprecher der LAG, berichtet, dass trotz ungünstiger Wetterverhältnisse der Bruterfolg durchschnittlich bis gut ausgefallen ist. Starkregen hat zwar in vielen Regionen zu Verlusten bei den Jungvögeln geführt, aber die feuchte Witterung erleichtert das Fangen von Regenwürmern, die für die Küken wichtig sind. In diesem Jahr konnten etwa 4.300 Jungstörche fliegen – eine Zahl, die im Vorjahr nur knapp übertroffen wurde. Und hey, über 200 zusätzliche Storchenelternpaare wurden gesichtet. Das ist doch mal eine Ansage!
Hoffnung für die Zukunft
Auch wenn Helmut Schulenberg in diesem Jahr auf neue Eier bei Frida und Fridolin verzichten muss, bleibt die Hoffnung auf Nachwuchs im nächsten Jahr bestehen. Der durchschnittliche Bruterfolg liegt derzeit bei etwa 1,8 Jungen pro Paar – ein Wert, der leicht unter dem Zielwert von früher liegt. Aber hey, jede Rückkehr ist ein Schritt in die richtige Richtung! Die Weißstorchbetreuer sind seit 1970 aktiv, und es ist schön zu sehen, dass sich die Anstrengungen lohnen. Diese engagierten Menschen, die sich für den Schutz der Störche einsetzen, sind die wahren Helden der Natur.
So wird der Himmel über Bremen weiterhin von den eleganten Flügen der Störche durchzogen, und die Geschichten rund um Frida und Fridolin werden uns noch lange begleiten. Wer hätte gedacht, dass ein Storch, der einst Fridolin hieß, so viele Erinnerungen und Hoffnungen wecken kann? Vielleicht wird das nächste Jahr das Jahr des Nachwuchses – und bis dahin können wir uns an den Anblick dieser majestätischen Vögel erfreuen.