Heute ist der 22.04.2026, und in Bremerhaven gibt es aufregende Neuigkeiten aus der Justizvollzugsanstalt (JVA). Ein Pinguin-Maskottchen namens „Pico“ wird bald die Wände der JVA schmücken und damit eine innovative Initiative für inhaftierte Väter unterstützen. Dieses Vorhaben hat das Ziel, die oft stillen Leiden der Kinder von Inhaftierten zu adressieren und die Beziehung zwischen Vätern und ihren Kindern zu fördern.
Die JVA Bremerhaven hat bereits Pläne für einen kinderfreundlicheren Empfangsbereich in die Wege geleitet. Zudem ist eine Vätergruppe in Planung, die es inhaftierten Vätern ermöglichen soll, über ihre Rolle als Vater und die Entwicklung ihrer Kinder zu sprechen. Kim Schlangen, die Familienbeauftragte der JVA Bremen, hat bereits in Bremen mit einer ähnlichen Gruppe positive Erfahrungen gesammelt. Hierbei konnten Väter, die in Haft sind, ihre Gedanken und Gefühle austauschen und somit eine Brücke zu ihren Kindern schlagen.
Pico – mehr als nur ein Maskottchen
Pico, das neue Maskottchen, wurde von Inhaftierten des Jugendstrafvollzugs in Bremen im Rahmen des Projekts „Step by Step“ gefertigt. Der Name „Pico“ wurde vom Personal der JVA gewählt und hat eine besondere Verbindung zur Region, inspiriert von der Bremerhavener Eishockey-Mannschaft und dem Zoo am Meer. In Bremen wurden die Besuchsräume von einem Gefangenen kindgerecht bemalt, wobei Geschichten rund um Pico erzählt werden. Durch diese kreativen Ansätze soll eine einladende Atmosphäre geschaffen werden, die es Familien erleichtert, den Kontakt aufrechtzuerhalten.
Zusätzlich werden in Bremen bereits regelmäßige Freizeitangebote für Familien angeboten, die es den Vätern ermöglichen, Zeit mit ihren Kindern zu verbringen und gemeinsame Erlebnisse zu teilen. Die JVA Bremerhaven verfügt über 101 Haftplätze für männliche Erwachsene mit Freiheitsstrafen von bis zu 48 Monaten, was diese Initiative besonders relevant macht.
Ein umfassendes Unterstützungsnetzwerk
Um die Unterstützung für Kinder von Inhaftierten weiter auszubauen, wird in Bremen eine neue Landeskoordinierungsstelle „Kinder von Inhaftierten“ eingerichtet. Diese wird vom Verein Hoppenbank e.V. getragen und dient als erste Anlaufstelle für Angehörige. Ziel ist es, die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Institutionen zu verbessern und eine umfassende Unterstützung für die betroffenen Familien zu gewährleisten. Fortbildungen für Mitarbeitende aus Jugendhilfe, Justiz, Polizei und Jugendamt sind ebenfalls geplant, um ein besseres Verständnis für die Herausforderungen zu schaffen, mit denen diese Familien konfrontiert sind.
Die Initiativen in Bremerhaven und Bremen sind ein bedeutender Schritt in Richtung einer menschlicheren und kinderfreundlicheren Justizvollzugsanstalt. Sie zeigen, wie wichtig es ist, die emotionalen und sozialen Bedürfnisse von inhaftierten Vätern und ihren Kindern zu berücksichtigen. Mit Projekten wie Pico wird nicht nur der Kontakt zu den Kindern gefördert, sondern auch das Bewusstsein für die sensiblen Aspekte der Inhaftierung geschärft. Es bleibt zu hoffen, dass solche Bemühungen in Zukunft noch weiter ausgebaut werden, um den betroffenen Familien eine bessere Perspektive zu bieten.