Es ist ein ganz normaler Tag im Hafen von Bremerhaven, doch hinter den Kulissen spielt sich ein wahrhaft aufregendes und gleichzeitig bedrohliches Schauspiel ab. Volker von Maurich vom Hauptzollamt Bremen beschreibt den Hafen als ein Einfallstor für den Drogenschmuggel nach Europa. Jährlich sichert der Bremerhavener Zoll rund eine Tonne Kokain im Hafen. Das ist nicht einfach ein Einzelfall – die Menge an sichergestelltem Kokain hat sich seit 2017 stetig erhöht und ist mittlerweile fast zur Normalität geworden. Schätzungen zufolge gelangen etwa 70 Prozent des Kokains in Europa über die Häfen. Es ist schon verrückt, wie sich die Dinge entwickeln!

Kokain wird häufig auf die perfideste Art und Weise geschmuggelt – oft in Kühlcontainern, versteckt zwischen Bananen oder in geheimen Hohlräumen von Schiffen. Die Hauptursprungsländer sind Kolumbien, Peru und Brasilien. Diese Drogen werden dann nach Antwerpen, Rotterdam, Hamburg oder eben Bremerhaven transportiert. Der Zoll hat ein geschultes Auge und wählt verdächtige Container aus, bevor die Schiffe überhaupt im Hafen festmachen. Das geschieht auf Grundlage von Herkunft und Erfahrung. Aber die genauen Auswahlkriterien bleiben ein gut gehütetes Geheimnis.

Die Tücken des Schmuggels

Anonyme Tipps aus der Szene helfen den Beamten manchmal weiter. Doch die Zeit drängt! Schnelles Handeln ist gefragt, um den Kriminellen zuvorzukommen. Bei der Kontrolle verwenden die Zöllner eine ganze Palette an Werkzeugen – von Leitern über Akkuschrauber bis hin zu Zangen. Manchmal dauert es Monate, bis die Drogen gefunden werden. Besonders perfide ist das Rip-on/Rip-off-Verfahren, bei dem die Drogen direkt hinter den Container-Türen versteckt werden. Und das ist noch nicht alles: Hafenarbeiter werden gezielt von Drogenkartellen angesprochen, um ihnen beim Schmuggel zu helfen.

Wenn die Drogen außerhalb des Hafens abgeholt werden, sind sie oft besser versteckt, zum Beispiel in doppelten Böden von Containern. In Verdachtsfällen röntgt der Zoll die Container. Ein spezieller Lastwagen mit einem ausgefahrenen Arm kommt dabei zum Einsatz. Für Laien sind die Röntgenbilder oft schwer zu deuten. Neben Drogen sucht der Zoll auch nach unversteuerten oder verbotenen Waren. Bei größeren Funden wird sofort Verstärkung angefordert. Die Einsatzkräfte sind klassischerweise mit Pistolen ausgestattet, haben aber in brenzligen Situationen auch Maschinenpistolen dabei. Die Zollfahndung in Hamburg übernimmt die Ermittlungen bei größeren Funden, und die sichergestellten Drogen werden nach Abschluss des Verfahrens vernichtet.

Wachsende Bedrohung durch Drogenbanden

Doch die Lage ist angespannt. Die Bundesregierung warnt vor einer wachsenden Bedrohung durch internationale Drogenbanden für Zollbeamte. Eine vertrauliche Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der CDU-Bundestagsfraktion spricht von einer „verschärften Bedrohungslage“ durch organisierte Drogenkriminalität. Es sind nicht nur die Drogen, die ein Problem darstellen – die Bandenkonflikte führen zu Sprengstoffanschlägen und Entführungen in Nordrhein-Westfalen. Das geht uns alle etwas an!

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Kokain wird als zunehmende Gefahr für Zöllner angesehen, da die Banden immer größere Mengen in deutsche Häfen bringen. Das Zollkriminalamt hat sogar bereits eine Ausweitung des Kokainschmuggels auf Ostseehäfen prognostiziert. Im Jahr 2024 wurde im Zoll noch kein Kokain in Ostseehäfen sichergestellt. Zöllner fordern daher eine bessere Ausrüstung, einschließlich Maschinenpistolen und gepanzerter Fahrzeuge, um sich besser schützen zu können. Das Bundesfinanzministerium plant, den Zoll im Kampf gegen die organisierte Kriminalität besser auszustatten. Im kommenden Jahr sollen 250 Millionen Euro zusätzlich bereitgestellt werden!

Man fragt sich, wie lange das noch gutgeht. Der Hamburger Hafen ist und bleibt ein Hauptschmuggelpunkt für Kokain in Europa. Der Zoll plant, zwei weitere Röntgen-Anlagen zur Überprüfung von Containern im Hamburger Hafen zu installieren. Doch das ist noch nicht alles, denn die Frustration unter Zöllnern über unzureichende Ausrüstung und Schutzmaßnahmen wächst. Die Gewerkschaftsvertreter machen ihrem Unmut Luft: Es ist einfach nicht genug, was da bisher passiert ist! Immerhin könnte eine frühere Vernichtung von Drogen möglich sein, wenn Staatsanwaltschaften zustimmen – das wäre ein Schritt in die richtige Richtung, würde man sagen.

Die Situation ist komplex und wird wohl nicht einfacher werden. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Dynamik im Kampf gegen den Drogenhandel weiter entwickelt. Bremerhaven steht an der Front, und die Zöllner leisten einen mutigen Einsatz gegen die Cleverness der Drogenkartelle.