Am 14. Mai 2026, in Bremerhaven, brodelt es gewaltig in der Welt des Fußballs. Während die Vorfreude auf die Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada steigt, gibt es dunkle Wolken, die sich über den Ticketverkäufen zusammenziehen. Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta hat die FIFA ins Visier genommen und fordert Auskünfte zu den Ticketpraktiken für die kommenden WM-Spiele. Hintergrund sind Berichte von enttäuschten Fans, die sich über irreführende Ticketverkäufe beschweren. Anscheinend erhielten viele Zuschauer schlechtere Plätze als ursprünglich erwartet – und das, obwohl sich die Stadionpläne zwischenzeitlich geändert hatten. Da fragt man sich doch: Wo bleibt die Transparenz und Fairness?
Bonta, der sich stark für die Rechte der Verbraucher einsetzt, hebt hervor, dass kalifornisches Recht irreführende Marketingpraktiken verbietet. Er verlangt Informationen über die Handhabung von Sitzplatzkategorien und Rückerstattungen. Die FIFA hingegen reagiert mit einem eher schüchternen Hinweis, dass die dargestellten Kategorienpläne eigentlich nur als grobe Orientierung gedacht seien. Das klingt für viele wie ein schwacher Versuch, sich aus der Affäre zu ziehen.
Hohe Preise und dynamische Preisgestaltung
Und es wird noch interessanter: Die Verbraucherorganisation Football Supporters Europe (FSE) hat eine Klage gegen die FIFA bei der Europäischen Kommission eingereicht. Der Vorwurf? Überhöhte Ticketpreise für die WM 2026. Die FSE argumentiert, dass die FIFA ein Monopol beim Ticketverkauf hat und den Fans unfaire Bedingungen auferlegt. Wenn man sich die Preise anschaut, wird einem schwindelig: Die günstigsten verfügbaren Tickets für das Finale kosten bereits 4.185 US-Dollar, während die Preise für die besten Plätze in schwindelerregende Höhen von bis zu 143.750 US-Dollar schießen! Wer kann sich das leisten?
Zusätzlich ist die dynamische Preisgestaltung ein weiterer Dorn im Auge der Fans. FSE und die Verbraucherorganisation Euroconsumers fordern von der EU-Kommission, die FIFA dazu zu verpflichten, auf diese Preispolitik zu verzichten. Das klingt nach einer echten Herausforderung. In der nächsten Verkaufsphase im April sollen die Ticketpreise theoretisch eingefroren werden. Aber lohnt es sich, darauf zu hoffen? Die FIFA hat zwar versprochen, die Verfügbarkeit von Tickets mindestens 48 Stunden im Voraus zu veröffentlichen, doch die Skepsis bleibt.
Verbraucherschutz und die Rolle der EU
Die EU-Kommission steht nun vor der Aufgabe, die eingereichten Beschwerden zu prüfen. Es könnte zu einem förmlichen Verfahren kommen, falls die FIFA gegen das Wettbewerbsrecht verstößt. Die FIFA selbst hatte in ihren Bewerbungsunterlagen einen durchschnittlichen Ticketpreis von 1.408 US-Dollar prognostiziert – ein Preis, der im Vergleich zu den 100 US-Dollar für die günstigsten Tickets beim EM-Finale 2024 in Deutschland geradezu absurd wirkt. Dies wirft die Frage auf: Wo bleibt der faire Zugang zum Sport für alle?
Fast sieben Millionen Eintrittskarten für 104 WM-Partien wurden seit der ersten Ticketverkaufsphase im September angeboten. Die FIFA meldet über 508 Millionen Anfragen – jedes Spiel ist praktisch ausverkauft. Doch die Meldungen über intransparente Kaufbedingungen und die hohen Preise werfen einen Schatten auf die Vorfreude. Die FIFA erhebt zudem eine Gebühr von 15 Prozent von Käufern und Verkäufern, was die Situation für die Fans weiter verschärft.
Zusammen mit der Forderung nach mehr Transparenz und Fairness wird die FIFA nun gleich von mehreren Seiten unter Druck gesetzt. Ob sich daran etwas ändern wird, bleibt abzuwarten. Die Fans hoffen auf eine Wende – und zwar nicht nur in den Stadionergebnissen, sondern auch in der Ticketpolitik. Schließlich sollte der Fußball für alle zugänglich sein, ohne dass man dafür in die Tasche greifen muss wie für ein Stück Gold.
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