Heute ist der 30.05.2026 und wir werfen einen Blick auf die aktuelle Ausbildungsmarktsituation in Bremen und Bremerhaven. Im Mai 2023 gab es in Bremen mehr Bewerber als Ausbildungsplätze – eine Entwicklung, die sich im Vergleich zum Vorjahr bemerkbar macht. Die Arbeitsagentur meldet 1513 unbesetzte Stellen, während knapp 1600 unversorgte Bewerber auf der Suche nach einer Lehrstelle sind. Ein besorgniserregender Trend, der in Bremen neu ist, während Bremerhaven bereits in den letzten Jahren ähnliche Erfahrungen gemacht hat.

Die Zahlen sprechen für sich: Während die Zahl der Ausbildungsstellen gesunken ist, hat die Zahl an Bewerbern zugenommen. Die Arbeitsagentur sieht dies als statistische Untererfassung und erwartet in naher Zukunft genauere Daten. Ein Problem ist, dass Unternehmen nicht verpflichtet sind, ihre freien Ausbildungsplätze der Agentur zu melden. Handels- und Handwerkskammer ermutigen ihre Mitglieder, dies zu tun, um eine zuverlässigere Statistik zu erhalten. Die Bremer Arbeitnehmerkammer warnt vor diesem Rückgang bei Ausbildungsplätzen und dem Anstieg an unversorgten Bewerbern. Ein Warnsignal, das nicht ignoriert werden sollte.

Rückblick auf die letzten Jahre

In den letzten zehn Jahren hat die Vertragslösungsquote um mehr als 8% zugenommen, wobei aktuell etwa ein Drittel der Ausbildungsverträge nicht bis zum Ende durchgehalten wird. Die Arbeitnehmerkammer fordert nicht nur mehr Ausbildungsplätze, sondern auch eine Verbesserung der Ausbildungsqualität. Interessanterweise sieht die Handwerkskammer keinen Mangel an Ausbildungsplätzen, sondern eher an geeigneten Bewerbern. Aktuell gibt es 354 unbesetzte Stellen in 200 Betrieben in Bremen und Bremerhaven, während 248 eingetragene Ausbildungsverträge dem Vorjahresstand entsprechen.

Die Handelskammer meldet bis Ende Mai 2023 knapp 1400 neue Ausbildungsverträge – im Vergleich zu 1439 im Vorjahreszeitraum. Internationale Konflikte, die die exportorientierten Unternehmen betreffen, spielen ebenfalls eine Rolle auf dem Ausbildungsmarkt. Der Bremer Ausbildungsfonds hat seit seiner Einführung keine Erhöhung der gemeldeten Ausbildungsplätze erreicht. Und für all diejenigen, die noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind, lädt die Jugendberufsagentur am kommenden Donnerstag von 13 Uhr bis 16 Uhr zur Unterstützung ein.

Stabile Zahlen und ausländische Auszubildende

<pBetrachtet man die Situation im Land Bremen insgesamt, so befanden sich zum Jahresende 2024 rund 13.200 Personen in einer dualen Berufsausbildung. Die Zahl der Auszubildenden ist seit 2022 stabil, und fast 1.900 von ihnen haben eine ausländische Staatsangehörigkeit – das sind 14% der Gesamtzahl. Im Vergleich zum Vorjahr gab es einen Zuwachs von etwa 150 ausländischen Auszubildenden. Der größte Anteil stammt aus Syrien (420 Personen), gefolgt von Afghanistan und der Türkei.

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Die Beliebtheit der Ausbildungsberufe zeigt sich deutlich: 2024 waren Fachinformatiker/in mit 777 Auszubildenden ganz oben auf der Liste, gefolgt von Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement und Kraftfahrzeugmechatroniker/in. Bei den Frauen sind es vor allem die Berufe der Kauffrau für Büromanagement und der Medizinischen Fachangestellten, die begehrt sind. Männer hingegen scheinen sich besonders für die Fachinformatik und die Kraftfahrzeugmechatronik zu interessieren. Die Abschlussprüfungen zeigen eine positive Tendenz – 4.200 Auszubildende wurden angemeldet, 3.600 haben bestanden, was einer Bestehensquote von 87% entspricht.

Die Ausbildungsbereiche sind ebenfalls vielfältig. 64% der Auszubildenden finden sich in Industrie und Handel, 21% im Handwerk, während die freien Berufe und der öffentliche Dienst kleinere Anteile ausmachen. Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt sind in Bremen mehr Auszubildende im Bereich Industrie und Handel (64% vs. 56%), dafür aber weniger im Handwerk (21% vs. 28%).

Die aktuelle Situation auf dem Ausbildungsmarkt ist vielschichtig und erfordert dringende Aufmerksamkeit. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Trends entwickeln und welche Maßnahmen ergriffen werden, um die Ausbildungslandschaft in Bremen und Bremerhaven zu verbessern. Die Herausforderungen sind groß, und es ist klar, dass sowohl Unternehmen als auch die Politik gefordert sind, um die Qualität der Ausbildung zu steigern und den Bedarf an Fachkräften zu decken.