Im heutigen Immobilienmarkt ist erhöhtes Misstrauen geboten, wie ein aktueller Fall aus Bremen eindrücklich zeigt. Eine 24-jährige Frau fiel auf eine betrügerische Wohnungsanzeige herein und bezahlte eine Kaution, jedoch erhielt sie weder die Schlüssel noch jegliche Rückmeldung von den angeblichen Vermietern. Die betrügerische Anzeige blieb währenddessen online und war weiterhin aktiv. In einem cleveren Schachzug vereinbarte die Frau einen erneuten Besichtigungstermin, diesmal unter falschem Namen, und nahm Polizeibeamte mit zu diesem Treffen. Dabei konnten ein 64-jähriger Mann und eine 41-jährige Frau festgenommen werden. Im Fahrzeug und in der Wohnung des Mannes fanden die Ermittler Bargeld und Datenträger, die auf weitere Betrugsdelikte hinweisen. Die Polizei prüft nun mögliche Verbindungen zu weiteren Fällen, denn auch in Bad Laer haben zwei Personen einen ähnlichen Mietbetrug erlebt und mussten 900 Euro an die Betrüger überweisen, wie NDR berichtet.

Tragische Geschichten von Wohnungssuchenden sind keine Seltenheit, besonders in angespannten Märkten wie in vielen deutschen Großstädten, wo hohe Mieten und wenig freie Wohnungen die Suche zur Qual machen. Betrüger nutzen diese Notlage schamlos aus und bieten Wohnungen zur Untermiete an, die oft nach Vorauszahlung plötzlich nicht mehr verfügbar sind. Die Masche ist alles andere als neu: Ein Paar verlor beispielsweise 4.000 Euro, während eine Studentin gar 8.000 Euro an Betrüger überwies, ohne jemals die gewünschte Wohnung zu erhalten. Solche Betrugsfälle nehmen deutschlandweit zu, insbesondere in der Untervermietung, wie SWR berichtet.

Wachsende Betrugsmaschen

Betrüger manipulieren die Situation weiter, indem sie sich oft als Ausländer ausgeben, die etwa geerbte Wohnungen vermieten oder aus beruflichen Gründen ins Ausland ziehen. Häufig verlangen sie eine Vorauszahlung der ersten Miete und der Kaution, oftmals bar oder per Überweisung. Schlüsselausgaben über Paketdienste sind bei diesen Machenschaften keine Seltenheit. Die betroffenen Wohnungen sind dann in der Regel nicht verfügbar oder gehören tatsächlich anderen Eigentümern, wie Polizei empfiehlt. Oftmals dabei: perfekte Fotos und unrealistisch günstige Preise, die Wohnungssuchende in die Falle locken.

Die Polizei gibt klare Warnhinweise heraus. Wohnungssuchende sollten sich immer den Hauptmietvertrag zeigen lassen, um sicherzustellen, dass die Untervermietung erlaubt ist. Verdächtig wird es, wenn vor einer Besichtigung Zahlungen gefordert werden oder wenn die Nebenkosten zu gering erscheinen. Bei einem Betrugsverdacht ist es ratsam, um Rückbuchung bei der Bank zu bitten und eine Strafanzeige zu erstatten. Die Wahrscheinlichkeit, dass man am Ende ohne Geld und ohne Wohnung dasteht, ist leider hoch.

Die Berichte über diese Betrugsmaschen sind nicht nur alarmierend, sondern auch eindringliche Ratschläge für alle Wohnungssuchenden. In Zeiten, in denen ehrliche Suche und ein gutes Händchen für das richtige Angebot immer wichtiger werden, ist es bedacht, mit Argwohn durch den Dschungel der Mietangebote zu navigieren.

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